Stiftung Warentest prüft Anlageempfehlung: Verbraucherschützer rüffeln Bankberater

Stiftung Warentest prüft Anlageempfehlung
Verbraucherschützer rüffeln Bankberater

Bei der Anlageberatung steht das Kundeninteresse oft nicht im Vordergrund, bemängelt die Stiftung Warentest nach einem Bankberater-Vergleich. Zwei Geldhäuser fallen durch – darunter eine große Filialbank. Andere glänzen.

BerlinAuf den Bankberater ist nicht unbedingt Verlass. Auf diese Botschaft kann man eine Untersuchung der Stiftung Warentest über die Qualität der Anlageberatung reduzieren. Die Leistung von zwei Instituten wurde sogar als mangelhaft bewertet. Nur drei schnitten gut ab.

Die Verbraucherschützer haben sich 23 Banken und Sparkassen vorgenommen und dort je sieben Filialen besucht. Alle Kreditinstitute hatten die gleiche Aufgabe zu lösen: Testkunden wollten wissen, wie sie 45.000 Euro über einen Zeitraum von zehn Jahren am besten anlegen könnten. Etwas Risiko durfte dabei sein, auch wenn die Kunden vorgaben, keine Erfahrungen mit Aktien zu haben. Bei Bedarf sollte das Kapital rasch verfügbar sein.

Grundsätzlich fiel der Stiftung Warentest auf, dass nahezu alle Banken den Kundenstatus und die Risikoeinstufung „gut“ erfassten. Doch dann trennte sich die Spreu vom Weizen. Denn auf die korrekte Analyse der Kundensituation folgte nicht die Empfehlung angemessener Produkte. Das muss etwas mit den provisionsgetriebenen Verkaufsvorgaben der Institute zu haben, vermuten die Verbraucherschützer.

Mit der Frankfurter Volksbank, der Sparda-Bank Berlin und der Nassauischen Sparkasse attestierte die Stiftung Warentest nur drei Instituten eine gute Beratungsqualität. Diese empfahlen eine Mischung von sicheren Renten- und Festgeldanlagen sowie Aktienfonds und achteten auch auf die Kosten der Geldanlage. Auch berücksichtigten sie, dass die Geldanlagen rechtzeitig aufgelöst werden konnten.

Insgesamt habe sich die Anlageberatung zwar etwas verbessert, urteilt die Stiftung. So seien das Anlageziel und die Risikoeinstufung der Kunden den Instituten fast durchweg gut gelungen. Doch in vielen Fällen hätten dann aber die angebotenen Geldanlagen nicht zu diesen Vorgaben gepasst, stellten die Tester in ihrer am Dienstag veröffentlichten Studie fest. „Gute Anlageberatung ist immer noch Mangelware. Viel zu oft versorgen Berater ihre Kunden mit falschen Produkten, die nicht zum Anlageprofil passen“, sagte Studienleiter Stephan Kühnlenz. „Dieses Problem der Finanzkrise ist bis heute nicht beseitigt.“

Der Branchenverband Deutsche Kreditwirtschaft betonte, dass zwei Drittel der untersuchten Banken gut oder befriedigend beraten hätten. Zu dem Vorwurf, dass vergleichbare Produkte anderswo günstiger zu erhalten seien, schreibt der Verband in einer Stellungnahme: „Die Testanleger haben eine provisionsbasierte Anlageberatung in Anspruch genommen. Klar ist, dass ein Kreditinstitut die Erbringung solch einer für den Kunden kostenlosen Dienstleistung erwirtschaften muss.“

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