Stiftung Warentest und Banken: „Wir waren erschrocken“

Stiftung Warentest und Banken
„Wir waren erschrocken“

Die Stiftung Warentest hat die Beratung von 23 Geldhäusern getestet. Die Hannoversche Volksbank bekam die schlechteste Note aller Institute. Was ihr Privatkundenvorstand Matthias Battefeld dazu sagt.

Es war ein vernichtendes Urteil, das die Stiftung Warentest über die Hannoversche Volksbank gefällt hat: Die Berater der Bank empfahlen den Testkunden viel zu viele Aktienanlagen für ihr Portfolio. Matthias Battefeld, Privatkundenvorstand der Bank, zeigt sich einsichtig, verteidigt aber seine Mitarbeiter.

Herr Battefeld, die Stiftung Warentest hat bei 23 Banken und Sparkassen die Beratung getestet und der Hannoverschen Volksbank mit 4,8 die Gesamtnote „mangelhaft“ gegeben. Sie sind damit Schlusslicht. Wie war Ihre Reaktion?
Wir waren erschrocken. Damit haben wir nicht gerechnet. In anderen Tests zur Privatkundenberatung, zum Beispiel der „Welt“, waren wir die zweitbeste Bank in Niedersachsen.

Dagegen steht die Note „mangelhaft“ von der Stiftung Warentest.
 Damit sind wir nicht zufrieden. Was man jedoch sagen muss, ist, dass die Stiftung Warentest vier Kriterien geprüft hat: die Ermittlung des Kundenstatus', den Gesprächsablauf, die Produkt- und Kosteninformation sowie das Lösen des Anlageproblems. Betrachtet man die ersten drei Kategorien, hat die Hannoversche Volksbank am besten von allen getesteten Banken abgeschnitten. Ich stelle mich vor unsere Berater, sie bewegen sich innerhalb der vorgegebenen Beratungsprozesse.

Aber beim Lösen des Anlageproblems meinen die Tester, dass die Anlagevorschläge der Volksbank in vier von sieben Gesprächen viel zu riskant gewesen seien. Wie kann es passieren, dass Testkunden in einigen Fällen fast nur Aktienanlagen empfohlen wurden?
Dazu möchte ich feststellen, dass die Testkäufer das Thema Aktienanlage von sich aus in das Gespräch eingebracht haben. Alle Kunden haben Aktien als eine mögliche Anlage genannt. Das hat auch die Analyse der Beratungsprotokolle in den sieben Fällen gezeigt.

Dennoch erscheinen die Anlageempfehlungen vergleichsweise riskant.
Wir werden die Testergebnisse mit unseren Beratern und Beraterinnen diskutieren. Für uns ist das ein Anlass, auf eines noch mehr zu achten: dass wir uns am Ende des Beratungsgesprächs noch einmal zu vergewissern, ob wir mit den Anlageempfehlungen auch wirklich die Risikobereitschaft des Kunden treffen. Diese Lehre werden wir sicher ziehen.

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