Streitfall des Tages
Die teuren Tricks der Handwerker-Notdienste

Wenn Sie mitten in der Nacht ohne Schlüssel vor der Haustür stehen oder am Wochenende die Abwasserleitung verstopft, hilft nur der Handwerker-Notdienst. Oft sind Abzocker am Werk, doch Verbraucher können sich schützen.
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Der Fall

Der Duftspender in der Toilette macht sich selbständig und schon ist es passiert: Das Abflussrohr verstopft. In dieser pikanten Situation will die Wohnungsbesitzerin möglichst schnell Abhilfe schaffen. Sie ruft den nächstbesten Rohrreinigungsdienst, den sie in den Gelben Seiten findet. Was sie zu dem Zeitpunkt nicht ahnt: Das Unternehmen ist in ganz Baden-Württemberg tätig. Allein für An- und Abfahrt werden pauschal 50 Euro fällig. Auch alles andere wird pauschal berechnet. So kostet die Leitungsreinigung bei einer Länge von bis zu fünf Metern in jedem Fall 200 Euro – egal, wie lange der Monteur tatsächlich beschäftigt ist, und egal, welche Geräte dabei zum Einsatz kommen. Das alles steht auf dem Formular „Auftragsvergabe“, das ihr der Monteur vorlegt. Die gestresste Kundin unterschreibt – und akzeptiert damit auch die Preisliste.

Die Rechnung kommt postwendend: Mit Schmutzzulage und anderen kleinen Extras werden für eine halbe Stunde Arbeit unterm Strich 344 Euro verlangt. Die Auftraggeberin zahlt und ärgert sich. Dabei hätte es für sie sogar noch dicker kommen können: Hätte sie den Monteur nach 17 Uhr oder am Wochenende angefordert, wäre der Endbetrag laut Preisliste nochmals um 20 bis 25 Prozent höher ausgefallen. Dann hätte der verrutschte Duftspender Kosten von 420 Euro verursacht.

Die Relevanz

Beschwerden zum Geschäftsgebaren von Handwerker-Notdiensten gehören bei Verbraucherzentralen zum Alltag. Allzu gerne nutzen diese Dienste die Stresssituation ihrer Kunden aus. An erster Stelle stehen dabei Schlüsseldienste und Rohrreinigungsfirmen.

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