Streitfall des Tages
Wann das iPhone die Telefonrechnung sprengt

Ein technischer Service der neuen Smartphones wird für unversierte Nutzer schnell teuer. Die Geräte wählen sich selbstständig ins Internet ein. Die Folge sind hohe Rechnungen. Wann Kunden unverhofft zahlen müssen.
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Der Fall


Kaum war das neue iPhone da, spielte die stolze Besitzerin mit ihren Fingern auf der glatten Touch-Screen-Oberfläche. Sicherheitshalber schaltete sie vorher die WiFi-Funktion aus. Ohne diese Internetverbindung würde das Gerät sicher keine Kosten verursachen, dachte die Kundin.. Dass ihr IPhone auch eine GPRS-Funktion hatte, wusste die frisch gebackene I Phone-Besitzerin dagegen nicht.

Ihr Problem: Das I Phone funktionierte zu gut. Es wählte sich von seiner Besitzerin unbemerkt über diese GPRS-Verbindung ins Netz ein. Mit kostspieligen Folgen: Die Handy-Rechnung belief sich auf rund 1.200 Euro. Die erstaunte Kundin wollte nicht zahlen. Sie habe nicht erkennen können, dass eine solch hohe Rechnung ins Haus flattern würde.

Die Gegenseite


Der Mobilfunk-Anbieter akzeptierte die Erklärungen seiner Kundin nicht und bestand auf Zahlung. Die Sache landete vor Gericht.

Die Relevanz


In 98 von 100 deutschen Haushalten gibt es mindestens ein Handy. Laut Medienberichten steigt in diesem Jahr der Absatz von internetfähigen Handys im Vergleich zum Vorjahr um mindestens 50 Prozent. Damit steigt auch die Gefahr der teuren Handy-Rechnungen. Wer sich mit dem Gerät nicht auskennt, riskiert, dass es sich einwählt. Und wer keinen Flat-Rate-Vertrag hat, der bekommt dann teure Rechnungen. Auch die Verbraucherzentralen verzeichnen eine Zunahme der Streitigkeiten über Handyrechnungen. Vor allem, wenn das Internet im Spiel ist.

Kein Wunder: Fast jedes aktuelle Smartphone wählt sich regelmäßig automatisch ins Internet ein, etwa um Software zu aktualisieren, Updates für installierte Apps herunterzuladen oder nur den Standort für eine integrierte Navigationsfunktion zu bestimmen. Auch Bernd Klusmann von BITKOM (Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien) und Bereichsleiter für Kommunikationstechnologien kennt das längst: „Oft gehen Smartphone Apps im Hintergrund online, um beispielsweise Mails oder Status-Updates in Sozialen Netzen zu aktualisieren“.

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  • Sollte natürlich nicht "erkennen" sondern "erklären" heißen. ;-)

  • Die Tipps sind teils praxisfern und unkonkret (etwa: Schwellenwert festlegen, das ist Quatsch), und technische Hintergründe sind offenbar vom Autor nicht verstanden worden. Der Autor hat wohl eine PR-Nachricht vom Juristen genommen und "verwurstet". Fakt ist doch, dass die Aufnahme einer Internetverbindung am Display des iPhone und auch bei anderen Smartphones erkennbar ist. Nur bei maximaler Ignoranz und auch einer gewissen weltfremden Blauäugigkeit lässt sich das Zustandekommen einer solchen Rechnung erkennen. Es ist doch quasi unmöglich, an der Erkenntnis vorbeizuhören und vorbeizusehen, dass SMARTPHONES charakteristisch Internetverbindungen aufnehmen. Von dieser Erkenntnis bis zu der, dass also eine entsprechende Tarifoption nötig ist, ist es dann weiß Gott kein Hexenwerk.
    Im Falle der Auslandseinwahl ist es so: Dateneinwahl im Roaming ist im Auslieferzustand immer ausgeschaltet. Das bedeutet: wer eine hohe Rechnung dafür bekommt, hat die Einstellung in seinem Handy verändert.

  • Das eigentliche Problem ist dass die Telecom-Unternehmen für einen Datentransfer außerhalb einer Flatrate astronomische Summen verlangen. Wenn mit einer 10€ teuren Flatrate einem Kunden 1 Gbyte Datenvolumen pro Monat zugestanden wird, und dies für das Telecom-Unternehmen sogar noch profitabel ist, ist alles was dann außerhalb eines solchen Vertrags für das gleiche Datenvolumen plötzlich mehrere Tausend € kosten soll, hochkrimineller Wucher. Hier müssen die Gerichte ansetzen und diese Machenschaften endlich mal beenden. Ein Gbyte Datenvolumen kann im Jahr 2011 nicht mehrere 1000€ kosten. Wann begreift das endlich jemand und stoppt diesen Wahnsinn schon bevor es zu einem Gerichtsprozess kommt. Niemand würde z.B. Mc Donalds ernst nehmen, wenn das Unternehmen für einen Becher Cola unter bestimmten Verkaufsbedingungen plötzlich 300€ verlangen würde.

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