Streitfall des Tages
Warum Gas- und Strompreise bald kräftig steigen

Seit Jahresbeginn haben viele Stromversorger ihre Preise angehoben, zum Jahresende erwarten Experten weitere drastische Erhöhungen. Bis September werden 80 Gasanbieter mehr verlangen. Wie Energie bezahlbar bleibt.
  • 15



Der Fall


Genug ist genug! Die Familie Schmitz aus Weimar zieht die Reißleine. Aus dem Urlaub zurückgekehrt, hörten sie, dass die Regierung nun doch von einer Strompreiserhöhung von fünf Cent auf Grund des geplanten Atomanstiegs ausgehen.

Dabei hatten die Stadtwerke Weimar den Tarif im Mai gerade um 6,1 Prozent erhöht. Unterm Strich verlangt der Anbieter in der Goethe-Stadt schon jetzt den derzeit höchsten Standardtarif für die Grundversorgung in den 200 größten Städten in Deutschland.

Eine vierköpfige Familie, die 4.000 Kilowattstunden im Jahr verbraucht, muss hier 1.159 Euro pro Jahr zahlen. Zum Vergleich: In Lingen an der Ems kostet dieselbe Leistung 905 Euro oder 28 Prozent weniger. Natürlich werden die Thüringer jetzt nicht umziehen. Aber anders als bei früheren Verteuerungen wollen sie sich die rekordverdächtigen Preise nicht länger bieten lassen und suchen einen günstigen Versorger.

Sie können bei Tarifen ohne Vorkasse 370 Euro im Jahr sparen, ergibt eine Analyse bei dem Stromvergleichsportal Verivox. Erstaunt stellt die Familie fest, dass Ökostrom selbst mit Gütesiegel kaum teurer ist: Sie wollen sich ein Angebot sichern, dass die nächste absehbare Preiserhöhung zumindest für die nächsten zwölf Monaten ausschließt. Danach sollten sie allerdings erneut aktiv werden, wenn sie Strom weiterhin möglichst billig beziehen wollen.


Die Gegenseite


Auf die Frage, warum die Grundversorgung in Weimar so teuer sein muss, ging bisher keine Stellungnahme der Stadtwerke Weimar ein.

Kommentare zu " Streitfall des Tages: Warum Gas- und Strompreise bald kräftig steigen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Wir stellen die AKW´s in der BRD ab und importieren Atomenergie aus dem umliegenden Ländern. Diese befinden sich alle an den Landesgrenzen, also auch an unserer Landesgrenze.
    Bei einem Zwischenfall werden wir also nicht verschont. Da ist mir deutsche Ingenieursarbeit doch lieber.


    Zu Gas- und Strompreise. Ein Einsparen von Energie wird nur dann etwas bringen, wenn nicht alle mitmachen. Ansonsten werden die Stromkonzerne einfach die Preise erhöhen und das so lange bis man nicht mehr Strom einsparen kann.

    Das gleiche Modell haben wir bei den Grenzwerten die einfach wenn sie überschritten werden, angehoben werden.
    Wie bei Fokushima wo die EU die Grenzwerte für radioaktive Belastung von Lebensmitteln einfach angehoben hat.

  • Welche Vorgaben was die Sicherheit betrifft sollen denn unsinnig sein? Safety First!
    Subventionen sind in vielen Bereichen wichtig und müssen immer in die Gesamtbetrachtung einfließen. Leider waren sie im Nachhinein betrachtet im Fall der Nukleartechnik nicht verhältnismäßig zur Bürde nachkommder Generationen. Nachher ist man immer schlauer und die Pandora Büchse bekommt man nicht mehr so schnell zu.
    1,5ct soll der Benchmark für die Zukunft sein? toll! Dann kann man jetzt schon seine Kinder darauf vorbereiten das sie ihren Kindern wiederum erklären, wenn alles Uran abgebaut ist: "wir haben für 1,5 ct/kWh eine strahlende Zukunft hinterlassen, viel Spass damit."

  • Warum Strompreise überhaupt nicht steigen können:
    Ein Gaskraftwerk wird üblicherweise über 25 Jahre abgeschrieben. Nehmen wir das gleiche für eine Photovoltaikanlage an, wie hier berechnet:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Photovoltaik#Vergleich_in_Abh.C3.A4ngigkeit_von_Investitionskosten_und_Ertrag
    Das ergibt schon heute einen Strompreis von unter 20 Cent inklusive Mehrwertsteuer. (Aktuell vorliegende Angebote für Dachanlagen ca. 1750 - 1800 Euro / kWp) Das Problem der bedarfsgerechten Stromproduktion ist damit noch nicht gelöst aber offensichtlich ist die ach so teure Sonnenstromerzeugung billiger als der Privatkundenstrompreis.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%