Streitfall des Tages
Warum sich Urlauber nicht auf ihre EC-Karte verlassen können

EC-Karten mit dem blau-rotem Maestro-Logo sollten in Europa eigentlich gut funktionieren. Doch immer mehr Bankkunden stehen im Urlaub plötzlich ohne Geld da. Wer im Urlaub mit finanziellen Notlagen rechnen muss.
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Der Fall


An ihrem Ferienort an der spanischen Costa de la Luz erlebte die Unternehmerin Annett M. eine böse Überraschung. „Bei drei Geldautomaten in der Nähe des Hotels gab es mit meiner Maestro-Karte angeblich keine Verbindung, “ sagt M.

Vom Hotel aus rief die Alleinreisende ihre Kundenbetreuerin bei der Commerzbank an. Das Konto war gedeckt, die Bankerin konnte keinen Grund für den Fehler feststellen. Sie empfahl, es weiter zu versuchen. Statt daher wie geplant am nächsten Tag einen Ausflug zu machen, ging die Urlauberin zu einem weiter entfernten Finanzinstitut. Vergeblich!

Danach besuchte sie eine Filiale der Deutschen Bank und schilderte ihr Problem. Sie erkundigte sich nach Alternativen, um an Geld zu kommen. Doch Hilfe gab es auch hier nicht. „Übernachtung und Flug hatte ich glücklicherweise vor der Reise überwiesen“, so M. Offen sei jedoch die Spesenrechnung des Hotels gewesen. Schließlich erbarmte sich ein Mitreisender und lieh der Kölnerin das Geld.

Wieder zuhause erfuhr sie, dass der Magnetstreifen ihrer Karte im Ausland nicht richtig funktionierte. In Deutschland konnte sie problemlos Geld abheben. Die Bank tauschte die Karte aus und überwies ihr als Entschädigung 50 Euro.

„Passiert das nochmal, überlege ich, die Bank zu wechseln“, sagt die Kölnerin. Sie erinnert sich, dass bei einer Reise nach Irland anno 2010 das Geldabheben auch erst beim vierten Anlauf geklappt und auf Elba in Italien keiner der Inselautomaten Geld „ausgespuckt“ hatte. Ihre Karte sei danach ausgetauscht worden.

Kommentare zu " Streitfall des Tages: Warum sich Urlauber nicht auf ihre EC-Karte verlassen können"

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  • @alle DKB VISA Freunde, der Schein kann frühen. Als DKB VISA Kunde stand ich bereits desöfteren vor einem Geldautomaten im Ausland und konnte ihm kein Bargeld entlocken. Das letzte mal in Holland (3 unterschiedliche Banken "getestet "). Diese Woche in Österreich - weder Sparkassen noch reiffeisen Banken geben an ihren Geldautomaten Bargeld auf VISA Karte aus. Das Problem liegt angeblich bei VISA.

  • interessant finde ich die Aussage der Coba keine Stellungnahme bzgl des Falles wegen des Bankgeheimnisses vorzunehmen..übertragen auf Kirch & DB müsste Herr Kirch nach diesem unsäglichen TV interview heute dann wohl noch Mrd Euro erstattet bekommen..

    Lächerlich hinter welchen Fassaden sich die Konzerne verstecken

  • Realo an drkrieger: Was erwarten Sie denn? Das ist nicht bloß bei Großbanken so, sondern dank neuer PSD-Richtlinie bei allen Banken dieselbe Prozedur. Da ein Fax nicht fälschungssicher ist, wird es von den GeldkartenBetreiber auch nicht akzeptiert. I.d.R. werden im Interbankenverkehr andere Sicherheitsstufen genutzt. Haben Sie jemals die Kreditkartenbedingungen gelesen, die jede Bank aushändigen muss? Warscheinlich nie, sonst würden Sie nicht jammern. Wer zahlt denn die Betrugsschäden, wollen Sie noch höhere Gebühren zahlen, weil eine Bank nachlässig die Sperre aufhebt? Jede Sicherheit hat ihre Hürden

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