Streitfall des Tages

Warum sich Urlauber nicht auf ihre EC-Karte verlassen können

EC-Karten mit dem blau-rotem Maestro-Logo sollten in Europa eigentlich gut funktionieren. Doch immer mehr Bankkunden stehen im Urlaub plötzlich ohne Geld da. Wer im Urlaub mit finanziellen Notlagen rechnen muss.
9 Kommentare
Der Schmu des Tages. Illustration: Tobias Wandres

In der Rubrik "Der Streitfall des Tages" analysiert Handelsblatt Online eine Gaunerei oder ein Ärgernis aus Bereichen des Wirtschaftslebens. Betroffene erhalten konkrete Unterstützung, können ihren Fall öffentlich machen und mit Gleichgesinnten diskutieren. Illustration: Tobias Wandres.

Der Fall


An ihrem Ferienort an der spanischen Costa de la Luz erlebte die Unternehmerin Annett M. eine böse Überraschung. „Bei drei Geldautomaten in der Nähe des Hotels gab es mit meiner Maestro-Karte angeblich keine Verbindung, “ sagt M.

Vom Hotel aus rief die Alleinreisende ihre Kundenbetreuerin bei der Commerzbank an. Das Konto war gedeckt, die Bankerin konnte keinen Grund für den Fehler feststellen. Sie empfahl, es weiter zu versuchen. Statt daher wie geplant am nächsten Tag einen Ausflug zu machen, ging die Urlauberin zu einem weiter entfernten Finanzinstitut. Vergeblich!

Danach besuchte sie eine Filiale der Deutschen Bank und schilderte ihr Problem. Sie erkundigte sich nach Alternativen, um an Geld zu kommen. Doch Hilfe gab es auch hier nicht. „Übernachtung und Flug hatte ich glücklicherweise vor der Reise überwiesen“, so M. Offen sei jedoch die Spesenrechnung des Hotels gewesen. Schließlich erbarmte sich ein Mitreisender und lieh der Kölnerin das Geld.

Wieder zuhause erfuhr sie, dass der Magnetstreifen ihrer Karte im Ausland nicht richtig funktionierte. In Deutschland konnte sie problemlos Geld abheben. Die Bank tauschte die Karte aus und überwies ihr als Entschädigung 50 Euro.

„Passiert das nochmal, überlege ich, die Bank zu wechseln“, sagt die Kölnerin. Sie erinnert sich, dass bei einer Reise nach Irland anno 2010 das Geldabheben auch erst beim vierten Anlauf geklappt und auf Elba in Italien keiner der Inselautomaten Geld „ausgespuckt“ hatte. Ihre Karte sei danach ausgetauscht worden.

Wer vom Kartenausfall betroffen ist
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9 Kommentare zu "Streitfall des Tages: Warum sich Urlauber nicht auf ihre EC-Karte verlassen können"

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  • @alle DKB VISA Freunde, der Schein kann frühen. Als DKB VISA Kunde stand ich bereits desöfteren vor einem Geldautomaten im Ausland und konnte ihm kein Bargeld entlocken. Das letzte mal in Holland (3 unterschiedliche Banken "getestet "). Diese Woche in Österreich - weder Sparkassen noch reiffeisen Banken geben an ihren Geldautomaten Bargeld auf VISA Karte aus. Das Problem liegt angeblich bei VISA.

  • interessant finde ich die Aussage der Coba keine Stellungnahme bzgl des Falles wegen des Bankgeheimnisses vorzunehmen..übertragen auf Kirch & DB müsste Herr Kirch nach diesem unsäglichen TV interview heute dann wohl noch Mrd Euro erstattet bekommen..

    Lächerlich hinter welchen Fassaden sich die Konzerne verstecken

  • Realo an drkrieger: Was erwarten Sie denn? Das ist nicht bloß bei Großbanken so, sondern dank neuer PSD-Richtlinie bei allen Banken dieselbe Prozedur. Da ein Fax nicht fälschungssicher ist, wird es von den GeldkartenBetreiber auch nicht akzeptiert. I.d.R. werden im Interbankenverkehr andere Sicherheitsstufen genutzt. Haben Sie jemals die Kreditkartenbedingungen gelesen, die jede Bank aushändigen muss? Warscheinlich nie, sonst würden Sie nicht jammern. Wer zahlt denn die Betrugsschäden, wollen Sie noch höhere Gebühren zahlen, weil eine Bank nachlässig die Sperre aufhebt? Jede Sicherheit hat ihre Hürden

  • Moin, ich erhielt im Nov. 2010 von der Postbank eine neue EC-Karte mit der Bemerkung: Der Chip auf Ihrer EC-karte ist fehlerhaft und deshalb brauchen Sie eine neue EC-Karte. Ich war im Nov - Jan. in Ostasien und hatte keine Chance über meine EC-Karte an Geld zu kommen - obwohl ich im Vorjahr mit der selben Karte problemlos Bargeld bekommen hatte (China und auch Thailand). Auf dem Schreiben war kein Hinweis, dass sich V-Pay nur(!) auf Europa bezieht.
    Der Artikel und auch die Kommentare im Handelsblatt sind lobenswert!
    Lemmi

  • Man muss schon ziemlich Irre sein, wenn man ein Konto bei der Postbank eröffnet. Wenn man sich mal diese neumodischen Post-Shops mit ihren meterlangen Warteschlangen anschaut und dann noch diesen schrecklichen oder besser gesagt nichtvorhandenen Service. Würde ich von der Postbank jeden Monat 100 Euro als Kundenrabatt auf mein Konto überwiesen bekommen, ich würde mich trotzdem nicht von denen locken lassen. So verrückt kann man nicht sein.

  • Das mit der DKB Visa Card kann ich zu 100 Prozent
    bestätigen und erweitern.

    Bei Fehlerhaften (Abbruch) eines Transfere 10 Minuten
    warten DKB Service Line anrufen, Ursache erfahren und
    nochmals versuchen. Diese Karte musste ich noch nie
    sperren !

    Postbank, Sparkasse, Landesbanken alles ausprobiert und
    leider alles für schlecht und zu teuer befunden.

    Ünd übrigens; Sondergebühren an Geldautomaten erhalten
    Sie bei der DKB auch anstandslos zurückerstattet.
    eMail mit Datum,Betrag und Ortsangabe genügt.

    Falls Sie länger Ulaub machen oder für einige Zeit im
    Ausland leben ist es am günstigsten (wenn möglich) ein
    Gastland Konto zu eröffnen. Damit können Sie auch den
    Währungsverfall des EUR ein wenig lindern.
    (Überweisungen nur bei günstigen Wechselkurs)
    Bei Kreditkarten werden Sie regelmäßig auch hier um
    mehreren Prozent beschissen.

  • Zum Sperren von EC Karten möchte ich eine kleine Anekdote über die Unprofessionalität deutscher Großbanken beisteuern. Es ist zwar nicht im Ausland vorgekommen - dort aber wäre das Problem fatal geworden.

    1) Die Geldbörse war verschwunden, so dass ich alle Karten sperren lassen musste. Dazu habe ich die Postbank unter einer Servicenummer informiert.
    2) Die Postbank hat dann umgehend die EC Karte gesperrt und gleich die meiner Frau mitgesperrt.
    3) Glücklichereise fand sich die Geldbörse wieder und die Bank wurde informiert, dass die Sperrung wieder aufgehoben werden kann.
    Und jetzt begann die Odysee:
    4) Die Hotline informierte uns, dass mit Fax die Sperrung wieder aufgehoben werden kann. Wir sandten ein Fax. Auf dieses Fax habn wir bis heute keine Antwort erhalten.
    5) Dann besuchte meine Frau die Filiale, die umgehend ihre Karte einzog.
    6) Ich besuchte ebenfalls eine Filiale, die mitteilte, dass eine Aufhebung nur möglich ist, wenn das Fax von der Filiale aus versandt wird. Das haben wir dann gemacht. Weiterhin wurde versucht die eingezogene EC Karte meiner Frau wieder zurückzuholen.
    Noch Interesse? Es kommt noch bunter bei der Postbank!
    5) Wir erhielten dann Post von der Postbank, dass meine EC Karte wieder freigeschaltet wurde. Mitsamt einer Entschuldigung. Und die Karte funktionierte tatsächlich ... bis
    6) Wir einen weiteren Brief erhielten, dass beide Karten gesperrt wurden und wir neue EC Karten erhalten.
    7) Bekamen wir dann auch - natürlich ohne PIN, die kam eine weitere Woche später.
    Und die Moral von der Geschicht'? Wir verlassen die überforderte Postbank und passen besser auf unsere Geldbörse mit Kärtchen auf.

  • Zum Sperren von EC Karten möchte ich eine kleine Anekdote über die Unprofessionalität deutscher Großbanken beisteuern. Es ist zwar nicht im Ausland vorgekommen - dort aber wäre das Problem fatal geworden.

    1) Die Geldbörse war verschwunden, so dass ich alle Karten sperren lassen musste. Dazu habe ich die Postbank unter einer Servicenummer informiert.
    2) Die Postbank hat dann umgehend die EC Karte gesperrt und gleich die meiner Frau mitgesperrt.
    3) Glücklichereise fand sich die Geldbörse wieder und die Bank wurde informiert, dass die Sperrung wieder aufgehoben werden kann.
    Und jetzt begann die Odysee:
    4) Die Hotline informierte uns, dass mit Fax die Sperrung wieder aufgehoben werden kann. Wir sandten ein Fax. Auf dieses Fax habn wir bis heute keine Antwort erhalten.
    5) Dann besuchte meine Frau die Filiale, die umgehend ihre Karte einzog.
    6) Ich besuchte ebenfalls eine Filiale, die mitteilte, dass eine Aufhebung der Sperrung nur möglich ist, wenn das Fax von der Filiale aus versandt wird. Das haben wir dann gemacht. Weiterhin wurde versucht, die eingezogene EC Karte meiner Frau wieder zurückzuholen.
    Noch Interesse? Es kommt noch bunter bei der Postbank!
    5) Wir erhielten dann Post von der Postbank, dass meine EC Karte wieder freigeschaltet wurde. Mitsamt einer Entschuldigung. Und die Karte funktionierte tatsächlich ... bis
    6) Wir einen weiteren Brief erhielten, dass beide Karten gesperrt wurden und wir neue EC Karten erhalten.
    7) Bekamen wir dann auch - natürlich ohne PIN, die kam eine weitere Woche später.
    Und die Moral von der Geschicht'? Wir verlassen die überforderte Postbank und passen besser auf unsere Geldbörse mit Kärtchen auf.

  • Auf Reisen weltweit empfiehlt sich die DKB VISA Karte, das Abheben am Automaten ist fast immer kostenlos, ich hatte damit noch nie Probleme. Das Konto dazu ist auch kostenlos, also eine günstige Sache.

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