Streitfall des Tages
Wenn Betrüger das Passwort ausspähen

Betrug im Internet nimmt zu. Die neueste Masche: Die Kriminellen spähen Passwörter aus und hacken dann die Konten. Wie Internetnutzer ein sicheres Passwort finden und sich gegen Missbrauch wehren können.
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Der Fall

Jahrelang ging alles gut: Rosa D. hatte bei Apples Onlineeinkaufsplattform iTunes die Daten ihres Micropayment-Anbieters Click & buy hinterlegt. Der Vorteil solcher Dienstleister: Man muss nicht auf allen Internetseiten, wo dies gefordert wird, die Kreditkarten- beziehungsweise Girokontodaten hinterlegen, sondern speichert sie nur einmal bei Click & buy und Konsorten ab.

Hat man dann online beispielsweise bei iTunes eingekauft, wählt man bei „Bezahlart“ den passen Micropayment-Anbieter aus, loggt sich dort ein und gibt die Zahlung frei. Das ist besonders praktisch, wenn es sich um Kaufsummen von nur einigen Cents handelt, wie sie beispielsweise für einzelne Lieder oder Anwendungen, Apps genannt, bei iTunes fällig werden.

Nach der Bezahlung schickt Click & buy eine Bestätigungsmail, und gleich zwei erhielt Rosa D. an einem Freitagabend gegen 19 Uhr, als sie nach dem Abendessen nochmals kurz das Mailfach öffnete. Rosa D. hatte nichts gekauft, doch in den Mails wurde ihr bestätigt, zwei iTunes-Gutscheine im Wert von je 50 Euro erworben zu haben. „Mir war sofort klar, dass mein Konto gehackt worden war, und dass ich schnell handeln musste“, sagt die 40jährige.

Sie änderte sofort ihr iTunes-Passwort, und rief bei Click & buy an. Dort wurde umgehend ihr Konto gesperrt, und man riet ihr, Apple über den Vorfall zu informieren. Das machte sie per E-Mail. Einige Tage später wurden die insgesamt 100 Euro von ihrem Konto abgebucht, sie ließ sie auf Anraten von Click & buy zurückbuchen.

Danach folgte ein eifriger Mailwechsel mit dem Micropayment-Anbieter und mit Apple, bei dem auch mehrfach das iTunes-Konto gesperrt wurde. „Es war nervig, weil ich jedes Mal zum Entsperren ein neues Passwort finden musste, das ich dann auch in allen Geräten, mit denen ich auf iTunes zugreife, wieder eingeben musste“, erinnert sie sich. Aber letztendlich ist bei ihr alles gut gegangen: „Apple und Click & buy haben sehr kundenfreundlich gehandelt, und nach einigem hin und her bekam ich das Geld zurück.“

Die Relevanz


Wie viele Passwörter täglich oder jährlich im Internet geknackt werden, wagt niemand zu beantworten. Alle Experten vermuten aber, dass es sehr viele sind. Allerdings gibt es auch sehr viele Passwörter im Netz, denn wer im Internet aktiv ist, muss bei vielen Anwendungen Passwörter eingeben, nicht nur beim Onlinebanking. Auch bei Ebay, Twitter, Facebook, beim Webmail-Konto, Amazon oder einer Bewertungsplattform sind Daten hinterlegt, die mit einem Passwort geschützt werden.

Viele Internetnutzer haben jedoch das gleiche Passwort für alle Onlinekonten. Dann kann sich zum Beispiel bei Ebay einloggen, wer das Kennwort zum Webmail-Fach kennt. Alternativ können Betrüger, die Zugang zum Webmailfach haben, sich zu anderen Internetseiten Zugang beschaffen, indem sie dort die „Passwort vergessen“-Funktion nutzen. Denn im Regelfall bekommt der Nutzer dann eine Mail zur Änderung seines Passworts ins E-Mailfach geschickt, auf das in dem Fall der Betrüger Zugriff hat.

Beliebt ist Online-Abzockern außerdem, nach dem Hacken des Mail- oder Facebook-Kontos Nachrichten an alle auf englischer Sprache zu versenden: Man sei im Urlaub ausgeraubt worden oder das Haus sei abgebrannt und man brauche dringend Geld, das per Western Union überwiesen werden solle. Im Regelfall geht es dem Absender jedoch gut, und das Geld holen sich die Betrüger ab.

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