Streitfall des Tages
Wenn das Möbelhaus Kunden abzockt

Der Möbelkauf ist teuer und langwierig. Eine Prüfung des Kaufvertrags lohnt sich. Denn oft benachteiligen einzelne Klauseln die Kunden. Worauf Kunden achten müssen - und wo Fallstricke lauern.
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Der Fall

Immer wieder kommt es zu Streitigkeiten beim Transport von Schränken oder Betten. Das Möbelhaus Gamerdinger aus Baden-Württemberg hatte in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen zum Möbelkauf eine Klausel verwendet, in der der Kunde die Verantwortung dafür übernimmt, dass die Möbel durch Treppenhaus und Wohnungstüre passen.

Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg hatte diese Klausel vor dem Oberlandesgericht Stuttgart angefochten. Sie sah darin eine unangemessene Benachteiligung der Kunden. Denn der weiß nicht, wie das Möbelstück zerlegt ist und kann als Laie nicht beurteilen, ob es durch den Hausflur passt. Die Richter gaben der Verbraucherzentrale Recht (Oberlandesgericht Stuttgart, Aktenzeichen 2 U 7/10). Das Unternehmen darf in Kaufverträgen über Möbel keine Klauseln verwenden, die das Transportrisiko bei der Lieferung auf den Kunden abwälzen.


Die Relevanz

Der Fall aus Baden-Württemberg ist kein Einzelfall. "Diese Klausel benachteiligte Verbraucher, da mit ihr etwa Anlieferungsschäden am Möbel auf die Kunden abgewälzt werden könnten", sagt Dunja Richter, Juristin der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Ist die Lieferung Teil des Kaufvertrages, haftet das Möbelhaus generell auch für den Transport. "Für den Transport ohne Schäden am Möbel ist bei Anlieferung das Möbelhaus verantwortlich. Verpackungsmaße und Zerlegbarkeit sind dem Verbraucher unbekannt. Die Verantwortung bleibt daher beim Möbelhaus ", so die Juristin.

Kunden sollten sich daher bei ähnlichen Klauseln an die Verbraucherzentralen wenden.

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