Streitfall des Tages
Wenn der Vermieter den Mieter frieren lässt

Immer wieder fallen im Winter die Heizungen aus und die Mieter haben das Nachsehen. Doch sie müssen sich das nicht gefallen lassen. Einfach die Miete mindern.
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Der Fall


Es war im Oktober. Es war in Berlin. Und es war ziemlich kalt. Die Mieter eines Hauses in Spandau drehten das Termostat auf - und warteten vergeblich. Die Heizkörper blieben kalt. Dieser Zustand dauerte an. Vom 3.10. bis zum 28.10. Und weil den Mietern das nicht gefiel minderten sie die Oktober-Miete um 20 Prozent.


Die Gegenseite


Die Vermieter wollten das so nicht akzeptieren und ließen sich auf diese eigenmächtige Mietkürzung nicht ein. Damit landete der Fall dann vor Gericht


Die Relevanz


Juristen kennen das. „Gerade in den Wintermonaten häufen sich die Streitigkeiten wegen mangelhafter Heizleistung“, weiß der Münchener Mietrechtsexperte Tilman Sixel. In zahlreichen Fällen sei festzustellen, dass die Mindestraumtemperatur, entweder wegen mangelhafter Isolierung, schadhafter Fenster oder aber technischer Überalterung der Heizsysteme nicht erreicht werden könne, so der Rechtsanwalt.

Laut einer aktuellen Studie des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) fällt beim Energieverbrauch in Deutschland der Bereich Wärme am stärksten ins Gewicht. So werden bei einem Wohngebäude mehr als 80 Prozent der Energie für die Heizung und Warmwasser verbraucht. Strom für Hausgeräte und Beleuchtung machen nur zwölf Prozent aus. Umso ärgerlicher ist es dann, wenn die Heizung nicht so will, wie sie eigentlich sollte.

Doch auch das hat Gründe: Nach Informationen des Branchenverbandes "VdZ / Forum für Energieeffizienz in der Gebäudetechnik e. V." sind Millionen von Heizungsanlagen in Deutschland schon deutlich älter als zwanzig Jahre. Kein Wunder, dass es immer wieder irgendwo klemmt.

Doch deutsche Hausbesitzer modernisieren eher zögerlich ihre veralteten Heizungsanlagen. So sind rund ein Fünftel (rund 2,75 Millionen) der bis Ende 2009 vom Schornsteinfegerhandwerk erfassten Öl- und Gasfeuerungsanlagen (rund 13,4 Millionen) älter als 20 Jahre und damit im Grunde technisch veraltet. Und veraltete Heizungen verbrauchen wesentlich mehr Energie als nötig. Störungen treten häufiger auf.

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