Streitfall des Tages
Wenn der Versicherer die Rente verweigert

Viele Versicherer mauern, wenn es um existentiell bedrohliche Risiken geht. Bei Berufsunfähigkeit werden dann oft junge Mütter zum Opfer. Wie Versicherer abweisen und Versicherte zu ihrem Recht kommen.
  • 10

Der Fall
Claudia R. bei München schloss 1993 eine Kapitallebensversicherung mit einer Berufsunfähigkeitszusatzversicherung bei der Karlsruher Lebensversicherung ab. Nach der Geburt ihrer Kinder setzte sie ihre Berufstätigkeit kurz aus. 2003 nahm sie ihre Tätigkeit – allerdings wegen der Erziehung ihrer Kinder nur zu 40 Prozent ihrer vorherigen Arbeitszeit (38 Stunden) – wieder auf.

Ende 2010 erkrankte sie an einer schweren Psychose und musste zur Behandlung mehrere Monate in eine Klinik. Zwar besserte sich ihr Zustand aufgrund der Behandlung, doch attestierte der Arzt, dass sie „weit weniger als 50 Prozent“ ihrer ursprünglichen vollbeschäftigten Tätigkeit arbeiten könne.

Lesen Sie diesen und weitere Artikel zum Thema Berufsunfähigkeit in unserem 29-seitigen Dossier, erhältlich als PDF im Kaufhaus der Weltwirtschaft.

Ulrich Lohrer
Ulrich Lohrer
/ Freier Wirtschaftsjournalist

Kommentare zu " Streitfall des Tages: Wenn der Versicherer die Rente verweigert"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Die Tatsache, dass man sich mit einer Teilzeitstelle die eigene Berufsunfähigkeitsversicherung abschießt, dürfte manchen schockieren - und die Versicherungsbranche hat für dieses Problem KEINE Antwort parat.
    Wenn man das konsequent zu Ende denkt, dann müssten alle Teilzeit-Arbeitnehmer ihre BU-Versicherung kündigen oder erst gar keine abschließen, oder etwa nicht?
    Das wäre weder im Interesse der Versicherten noch im Interesse der Versicherungsunternehmen.
    Der obige Artikel bleibt an dieser Stelle leider auch etwas schwammig.

    Also wo ist die Lösung liebe BU-Versicherer?

    Aber es scheint eine Ausnahme zu geben:
    Nach heutigem VVG scheint entscheidend zu sein, aus welchen Gründen die Arbeitszeit zuvor reduziert wurde. Waren es krankheitsbedingte ("leidensbedingte") Gründe, so scheint für eine gewisse Zeit (2-3 Jahre) nicht die zuletzt ausgeübte Teilzeitstelle, sondern noch die alte Vollzeitstelle "wie sie in gesunden Tagen ausgestaltet war", maßgeblich zu sein, siehe auch diese juristische Stellungnahme:

    http://www.frag-einen-anwalt.de/BU-Versicherungsschutz-geschwaecht-durch-Wechsel-auf-Teilzeitstelle-__f198801.html

    Wer also krankheitsbedingt seine Arbeitszeit reduziert und sich dies auch vom Arzt attestieren lässt, könnte also im BU-Fall etwas besser dastehen. Könnte, wohlgemerkt. Denn wem mit angeschlagenem Gesundheitszustand auch dieser Weg zu unsicher ist, der wird wohl auf einen Teilzeit-Versuch verzichten und stattdessen sofort den BU-Antrag stellen - auch wieder nicht im Interesse der Versicherer.

    Also wo ist die Lösung liebe BU-Versicherer? Nach heutiger Rechtslage verhindert ihr eigentlich eine in Eurem eigenen Interesse liegende Anpassung der Arbeitszeit an krankheitsbedingte Einschränkungen!

    Weitere Meinungen/Kommentare willkommen !

  • An Stefan: das sehe ich auch so. Wer nie einen Schaden hatte, lätert gern darüber, dass man keine Versicherung braucht. Es ist mit Sicherheit nicht alles perfekt und auch die Berater, Makler etc. monieren das sehr, aber wo gibt es das schon. Auch in der katholischen Kirche sind viele gläubige Mitglieder gegen so einige Dinge, die "da oben" beschlossen werden. Aber es ist eine katastrophe, dass die Medien niemals über all die Fälle berichten, wo der Versicherer leistet und der Kunde überglücklich ist, eine solche Absicherung zu haben. Ich warte nur auf den Tag, wann endlich einmal ein Betroffener, der keine Versicherung abgeschlossen hat, weil er so viel SCHLECHTES über Produkte, Berater und Gesellschaften gelesen hat die Medien verklagt. Irrsinn??? Nein, ich denke, die Klage hätte Chance auf Erfolg, weil die Medien ganz klar mit dem ziel der Meinungsbildung sehr einseitig berichten. Versicherungen sind das letzte Überbleibsel an sozialer Gerechtigkeit, die wir vermutlich auf Lange Sicht noch haben werden. Die Masse hilft dem Einzelnen, nach dem der Staat sich sich aus vielen zurückgezogen.

  • An ajk: Mal wieder so ein unsachlicher Kommentar von jemanden, der keine Ahnung hat. Hauptsache irgenwas schreiben und provozieren. Woher nehmen Sie die Erkenntnis, dass Versicherer bei BU meist nicht bezahlen? Ich kann Ihnen aus eigener Praxis sagen, dass Versicherer mit 5-Sterne Bedingungen sellten Probleme machen, immer vorausgesetzt, daß bei Antragsaufnahme keine Vorerkrankungen bei den Gesundheitsfragen verschwiegen wurden. Ich hatte bereits einige Leistungsfälle bei meinen Kunden, bisher
    wurde immer problemlos bezahlt. Die Kunden wären ohne BU-Vertrag nach kürzester Zeit ruiniert gewesen, da die Versorgungslücke durch erspartes, wenn überhaupt, nur kurzfristig überbrückt werden kann. Daher rate ich jedem, sich gegen BU abzusichern und am besten noch eine Rechtsschutzversicherung abzuschliesen, falls es wiedererwarten doch Probleme gibt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%