Streitfall des Tages Wenn die Aufsicht die Krankenkasse schließt

Mit der BKK für Heilberufe schließt das Bundesversicherungsamt dieses Jahr bereits den zweiten großen gesetzlichen Krankenversicherer. Und weitere Kassen wackeln. Den Kunden droht Ärger. Womit Versicherte rechnen müssen.
  • Ulrich Lohrer
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Der Schmu des Tages. Illustration: Tobias Wandres

In der Rubrik "Der Streitfall des Tages" analysiert Handelsblatt Online eine Gaunerei oder ein Ärgernis aus Bereichen des Wirtschaftslebens. Betroffene erhalten konkrete Unterstützung, können ihren Fall öffentlich machen und mit Gleichgesinnten diskutieren. Illustration: Tobias Wandres.


Der Fall


Zum 1. Juli 2011 schloss das Bundesversicherungsamt (BVA) die gesetzliche Krankenkasse City BKK mit 168.000 Versicherte. Die Kasse musste Insolvenz anmelden, weil ihre Versicherten überdurchschnittlich alt und deshalb häufig krank waren.

Viele der betroffenen Kassenmitglieder hatten in Folge Schwierigkeiten bei anderen Kassen wie AOK, der Hanseatischen Krankenkasse (HEK) und Barmer GEK unterzukommen. Die Wechselwilligen wurden unter anderem mit Argumenten wie „die Kasse sei schon voll“ und das laufende Therapien nur beim Wechsel zu einer anderen Betriebskrankenkasse (BKK) bezahlt würden, abgewimmelt. Auch wurden unnötige Nachweise verlangt.

Der Sprecher der City BKK kritisierte damals das Verhalten dieser Krankenkassen und verwies darauf, dass jeder gesetzlich Versicherte bei Schließung seiner Kasse den Anspruch habe, ohne Benachteiligung zu einer anderen Kasse seiner Wahl wechseln zu dürfen. Nun beschloss das Bundesversicherungsamt (BVA) die Schließung einer weiteren großen Krankenkasse: Die BKK für Heilberufe wird wegen fehlender dauerhafter Leistungsfähigkeit mit Ablauf des 31. Dezember 2011 schließen.

Die Relevanz


Von der Schließung der City BKK waren rund 168.000 Versicherte betroffen. Die BKK für Heilberufe hat rund 80.000 Mitglieder. Versichert sind sind knapp 113.000 Menschen. Grundsätzlich kann die Schließung für keine Krankenkasse ausgeschlossen werden.

Aktuell sehen Experten jedoch auch die BKK Hoesch gefährdet. Eine Einmalbelastung im hohen Millionenbereich hatte die Schieflage Ende 2010 ausgelöst, weshalb sich die Kasse gezwungen sah, einen Zusatzbeitrag von 15 Euro einzuführen. Die Folge war jedoch ein Mitgliederschwund. Seither sucht die Kasse eine andere Kasse zu finden , die mit ihr fusioniert oder die sie übernimmt. Andernfalls wären von einer Schließung etwa 50.000 Versicherte betroffen.

Das Bundesversicherungsamt äußerte sich am Montag (26. September 2011) neutral zur Überlebenschance der Dortmunder Krankenkasse. „Zur Konsolidierung kann auch eine Fusion beitragen. Aus diesem Grund würde das BVA eine Fusion begrüßen“, erklärte BVA-Pressesprecher Tobias Schmidt.

Grundsätzlich stellt sich aber für viele Versicherte gesetzlicher Kassen die Frage, was im Falle einer Schließung ihre Kasse passiert und welche Rechte und Möglichkeiten sie bei einem Kassenwechsel haben.

Was Versicherten droht
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2 Kommentare zu "Streitfall des Tages: Wenn die Aufsicht die Krankenkasse schließt"

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  • Schöner Reklame-Artikel für das o.g. Vergleichsportal - fein gemacht! ;-)

  • Es ist hilfreich und freundlich den Versicherten im Vordergrund zu stellen. Jedoch vermisse ich allen Reportagen zu Schließungen von gesetzlichen Krankenkassen, dass die Beschäftigten mit dem Folgetag arbeitslos sind. Sie haben keinen Anspruch auf eine Kündigungsfrist, sie erhalten keine Abfindungen. Im vorliegenden Fall der BKK für Heilberufe erhalten die Beschäftigten in den nächsten Tagen erst die Mitteilung, dass das Beschäftigungsverhältnis zum 31.12.11 endet.
    Hier ist eindeutig eine Lücke im SGB V, für die keiner Verantwortung übernimmt. Soviel zur SOZIALversicherung.

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