Streitfall des Tages
Wenn die Bank bei der Order schlampt

Zeit ist Geld – dieser Grundsatz gilt für Geldanleger. Wenn ein Broker bei der Abwicklung einer Wertpapiertransaktion zu lange zögert, drohen Verluste. Wie Kunden solche Konflikte vermeiden und Betroffene sich wehren.
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Der Fall


Am Freitag, den 04.01.2008, um 09:54 Uhr erteilte ein Kunde seiner Hausbank den Auftrag zum nächstmöglichen Verkauf eines Fondsanteils. Doch weder Fondsgesellschaft noch das Finanzinstitut waren in der Lage, den Auftrag vereinbarungsgemäß bis zum Montag den 07.01.2008 auszuführen.

Erst am Dienstag, den 08.01.2008 wurde das Papier gehandelt. Kurioserweise ergab sich dadurch ein Plus für den Kunden in Höhe von 3.459,40 Euro. Denn der Kurs des Fondsanteils war vom Kunden unerwartet von Montag auf Dienstag gestiegen.

Glück gehabt, sollte man meinen. Doch der Anbieter forderte etwa ein Jahr später in einem Schreiben diesen Mehrerlös vom Kunden zurück. Die Begründung: Nach ihren Geschäftsbedingungen (AGB) hätte sie mit dem niedrigeren Kurs vom „nächsten Börsentag“ abrechnen können, denn Verkaufsaufträge habe sie nach ihren AGB zu diesem Zeitpunkt auch auszuführen. Dieser Sichtweise hat das Landgericht München eine klare Absage erteilt.

Die Gegenseite


Die Investmentbank AG hat bisher noch keine Stellungnahme zu dem Fall abgegeben.

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