Streitfall des Tages
Wenn eine Scheidung die Existenz gefährdet

Wenn Promis wie Heidi Klum und Seal ihre Ehe beenden, geht es um Millionen. Einleuchtend, bei deren Einkommen. Doch welche finanziellen Folgen hat eine Scheidung auf Normalsterbliche? Die unerfreulichen Fakten.
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Der Fall

Es könnte alles so schön sein. Seit fünf Jahren funktioniert die Ehe von Tanja und Florian Flehmig mehr oder minder reibungslos. Die beiden haben zwei zauberhafte Kinder. Sie leben in einem schönen Haus. Er arbeitet im Unternehmen seines Vaters. Sie kümmert sich um die Kleinen. Eine Bilderbuch-Familie. Bis Florians Vater beschließt, sich aufs Altenteil zurückzuziehen. 

Nach dem nächsten Jahresabschluss will er die Geschäfte vollständig auf seinen Sohn übertragen. Ein echter Karrieresprung für den aufstrebenden Ingenieur. Es gibt nur ein Problem: Der alte Herr stellt Bedingungen. Florian müsse einen Ehevertrag schließen und dafür sorgen, dass seine Frau bei einer Scheidung keinen Cent aus der Firma erhält. Er, Flehmig Senior, habe schließlich nicht ein Leben lang gearbeitet, um im Falle einer Scheidung seine Schwiegertochter zu alimentieren.

Die Stimmung in der Familie kippt. Tanja ist strikt gegen einen Ehevertrag, fühlt sich unter Druck gesetzt. Doch ist das Ansinnen des Schwiegervaters wirklich so abwegig?

Die Relevanz

Rund 200.000 Paare lassen sich in Deutschland Jahr für Jahr scheiden. Statistisch betrachtet scheitert jede dritte Ehe, in Großstädten sogar jede zweite. Vorsorge für den Ernstfall treffen dennoch nur die wenigsten Paare. „Eheverträge sind noch immer die Ausnahme. Selbst in Unternehmerkreisen oder sehr vermögenden Familien ist der Gang zum Notar alles andere als selbstverständlich“, sagt Andrea Peyerl, Fachanwältin für Familienrecht in Kronberg im Taunus und Frankfurt am Main. Die Folge: Die meisten Ehepaare leben im Güterstand der Zugewinngemeinschaft und unterfallen damit den gesetzlichen Standards.

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