Streitfall des Tages
Wenn Falschparken hunderte Euro kostet

Beim täglichen Ringen um den raren Parkraum kommt es immer wieder zu Ärger. Ein Abschleppen kostet schnell meherere hundert Euro. Wann Autofahrer ihr Knöllchen zahlen müssen - und wann nicht.
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Der Fall


Der erste Opernbesuch für den Abiturjahrgang eines Gymnasiums im Rheinland steht bevor. Carola S. hat gerade vier Wochen den Führerschein und darf mit dem Auto der Mutter und vier Mitschülern auf Beifahrer- und Rücksitz in die Kölner Innenstadt fahren.

Eigentlich war geplant, in die Tiefgarage der Oper zu fahren - doch wegen Renovierungsarbeiten stand nur die Hälfte der sonst üblichen Parkplätze zur Verfügung und das Parkhaus war bereits voll belegt, als die Schüler ankommen. Carola kennt sich nur bedingt in die Stadt aus und freut sich, als sie scheinbar ganz in der Nähe eine Parklücke findet. Die jungen Leute sind aufgeregt und beachten nicht, dass sie einen Behindertenparkplatz belegen.

Nach dem Besuch der Oper kommen sie beschwingt zurück - und stehen vor einer leeren Parklücke, denn das Fahrzeug wurde abgeschleppt. Carola S. sieht erst jetzt, dass sie auf einem Behindertenparkplatz gestanden hat. Die Rechnung in Höhe von 283 Euro erscheint der Schülerin aber zu hoch.


Die Relevanz


Wer täglich gerade in Innenstadtlagen einen Parkplatz sucht, der weiß, wie enervierend das sein kann. Auch ein fester Parkplatz in einem Parkhaus kann mitunter nur bedingt weiterhelfen, weil er manchmal von einem unachtsamen Zeitgenossen einfach zugeparkt wird. Mit anderen Worten: wenn es um einen sicheren und ordnungsgemäßen Stellplatz fürs Fahrzeug geht, sind die Bundesbürger schnell auf 180 - so wie Carola S. Dabei gilt es eigentlich nur, einige Rechte und Pflichten zu beachten.

Denn sonst kann es teuer werden. Da die Kommunen für die Parkplatzregelungen auf ihren Gebieten zuständig sind, schwanken die Kosten je nach Gemeinde. Die Stadt Köln beispielsweise hat einen genau gestaffelten Katalog im Internet hinterlegt, der die Bürger mit den anfallenden Kosten vertraut macht. An Feiertagen können für Falschparker Gebühren von mehr als 180 Euro fällig werden.

Allein im Jahr 2010 wurden in Köln rund 13.000 Fahrzeuge abgeschleppt – etwas weniger als im Jahr davor. Und offenbar standen viele Bürger im absoluten Halteverbot –„denn nur zwei Prozent legten gegen die behördliche Maßnahme Widerspruch ein,“ erklärt Katja Kruck vom Ordnungs- und Verkehrsdienst der Stadt Köln. In anderen Städten dürfte die Quote nicht deutlich höher ausfallen.

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  • Ist denn alles nur noch Schwindel und Betrug?

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