Streitfall des Tages
Wenn Immobilienbesitzer für Gift im Haus zahlen müssen

Alte Häuser sind oft mit gefährlichen Chemikalien oder Asbest verseucht. Auch wenn die Bauherren oder Käufer daran schuldlos sind, bleiben sie oft auf den den Sanierungskosten sitzen. Welche Risiken Hausbesitzern drohen
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Der Fall


Der Streit landete am Ende vor dem Bundesgerichtshof in Karlsruhe: 2006 hatten die Kläger ein Haus gekauft – ein Fertighaus aus dem Jahr 1980.

Für 85.000 Euro war es wahrscheinlich noch nicht einmal teuer. Doch als die Sanierung anstand, kam die das herbe Erwachen. Es zeigte sich, dass die Fassade aus Asbestzement-Platten bestand, die als Gefahrgut separat entsorgt werden mussten.

Kostenpunkt: 38.455 Euro und 34 Cent – also annähernd die Hälfte des ursprünglichen Kaufpreises. Die Eigentümer verlangten vom Verkäufer Schadensersatz.


Die Gegenseite

Der Anbieter hatte vor dem Kauf nicht verraten, dass das Haus asbestbelastet war. Und das, obwohl er es genau gewusst haben muss: Schließlich war ihm zuvor schon ein Interessent aus genau diesem Grund abgesprungen.

Der beklagte Verkäufer argumentierte, dass das Haus zu Wohnzwecken ohne Gefahr zu nutzen sei. Außerdem hätten die neuen Eigentümer bei einem älteren Fertighaus sowieso mit einer Asbestbelastung rechnen müssen. Doch der Bundesgerichtshof sah das anders: Der Anbieter hätte die Pflicht gehabt, über die Asbestbelastung aufzuklären. Dieser Grundsatz gilt bis heute.

Kommentare zu " Streitfall des Tages: Wenn Immobilienbesitzer für Gift im Haus zahlen müssen"

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  • Es ist ein Schandurteil von Laien!
    Zunächst muß gesagt werden, daß bei Altgebäuden bis in die 80er Jahre mit Asbestbelastungen gerechnet werden muß. Bei Fertighäusern gibt es für jeden Typ reichlich Prospektmaterial, der auch den Wandaufbeu erklärt. Notfalls kann dieses Material auch heute noch angefordert werden; vom Käufer versteht sich.
    Der Sachverständige irrt. In der Regel sind Fassaden auf der Basis von Asbestzementplatten hinterlüftet und können auch von innen erodieren. D.h. Asbestzementstaub tritt über die Hinterlüftung aus. Auch ist es an den Haaren herbeigezogen, daß Bohrungen "heikel" werden, zumal Dämmfassaden erst ab 8 m Höhe zu verdübeln sind.
    Nun, dieses Haus hat 85 000 Euro gekostet. Für gewöhnlich bekommt man dafür nicht einmal eine Eigentumswohnung entsprechender Größe und Baujahr. Weshalb unterstützt die Justiz derartige kriminelle Machenschaften von Schäpchenjäger, die generell nicht hinterfragen, um sich eine Geldzurückgarantie sichern.

    http://www.bps-niedenstein.de/

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