Streitfall des Tages
Wenn sich der Schuldeneintreiber meldet

Das Geschäftsmodell ist Einschüchtern und Verunsichern: Mit Drohschreiben treiben unseriöse Inkassobüros Geld für angebliche Bestellungen ein. Wann Betroffene reagieren müssen und warum manche für Nichts zahlen müssen.
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Der Fall


Ob sie mit ihrer Apotheke zufrieden sei, will die freundliche Anruferin wissen. Die Rentnerin ist überrascht, gibt aber Auskunft. Und schon geht es weiter: Ob sie nicht ein Nahrungsergänzungsmittel kaufen wolle. Die alte Dame verneint. Trotzdem kommen Pakete mit Präparaten an, die sie jedoch gar nicht erst annimmt und postwendend an den Absender zurückschickt.

Doch es geht weiter: Als nächstes landen Zahlungsaufforderungen in ihrem Briefkasten. Zunächst geht es um 100 Euro. Die Rentnerin teilt dem Unternehmen mit, dass sie nie etwas bestellt hat. Vergeblich: Die Firma beauftragt ein Inkassounternehmen, das ausstehende Geld einzutreiben. Mit sämtlichen Gebühren steigt die Summe von Juni bis September auf 195 Euro. Als noch ein Anwalt ins Spiel kommt, beläuft sich das Ganze auf 235 Euro.


Der Experte


„Das ist ein Fall, wie er sich sehr häufig abspielt“, urteilt Christian Gollner von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. „Oft ergeben sich Zweifel an einem wirksamen Vertragsschluss.“ Ziel der Machenschaften am Telefon sind bevorzugt alte Menschen. „Wir vermuten, dass solche unseriösen Inkassobüros regelmäßig mit Anbietern zusammenarbeiten, die Kunden Verträge unterschieben.“ Zumindest gibt es laut Gollner auffällige Häufungen zwischen einer bestimmten Masche am Telefon und bestimmten Inkassobüros. „Teilweise haben die beiden Firmen sogar dieselbe Adresse.“

Unseriöse Inkassobüros setzen auf Einschüchterung und spekulieren darauf, dass die Betroffenen entnervt aufgeben und zahlen. Da wird mit gerichtlichem Mahnbescheid gedroht, mit Pfändung des Lohns oder der Rentenansprüche oder mit einem Eintrag bei der Schufa.

Egal wie unberechtigt die Forderungen sein mögen: Betroffene müssen sich in jedem Fall wehren und von ihrem gesetzlichen Widerrufsrecht Gebrauch machen, lautet Gollners eindringlicher Rat. Und das am besten per Einschreiben mit Rückschein. Wenn sie das nicht tun, wird es für sie unangenehm:

„Auch unberechtigte Forderungen eines Inkassobüros können zu negativen Einträgen in Auskunfteien führen“, erläutert Gollner. Hinzu kommen die Gebühren. Die Höhe der Inkassokosten ist nämlich gesetzlich nicht geregelt. „Da wird einiges draufgeschlagen“, so Gollners Erfahrungen. Wer über längere Zeit hinweg nicht zahlt, muss mit einem gerichtlichen Mahnbescheid rechnen. Das Gericht prüft dabei aber nicht, ob die Forderung rechtmäßig ist. Erfolgt keine Reaktion, droht schnell die Zwangsvollstreckung.

Kommentare zu " Streitfall des Tages: Wenn sich der Schuldeneintreiber meldet"

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  • Na ja, ganz so persönlich wie im ersten Kommentar sollte man es nicht werden lassen. Wobei es in diesem nicht in die verkehrte Richtung geht.
    Basis ist die in der heutigen Zeit zumindest in Dtld. gegebene sog. Privatautonomie. Heißt jeder egal wie geistig minderbemittelt darf Verträge abschließen.
    Damit geht verantwortung einher, welche dümmlich verletzt wird, wenn solche Firmen Mahn- und Vollstreckungsbescheide zustellen lassen und dort bei dem vermeindlich Betrogenen selbst duch diese von einem Amtsgericht stammenden Schreiben keine Reaktion ausgelöst wird. Dabei ist der Wider- bzw. Einspruch so einfach.
    Wer dies nicht tut ist leider dumm wie Stroh und wird im Leben auch sonst nichts auf die Reihe bekommen.
    Im Übrigen lohnt es sich durchaus, entsprechende InkassoAnwälte wegen Beihilfe zum Betrug. u.ä. strafrechtlich anzuzeigen. Dort weiß man nämlich regelmäßig um das schmierige und rechtswidrige Geschäftsgebahren. Im Übrigen gibts öffentlich anerkannte Schuldnerberatungsstellen, die sich prima um Rat fragen lassen.

  • Also, über den Beitrag bin ich nun wirklich enttäuscht. Die Ratschläge sind vollkommen unpassend. Schließlich handelt es sich um Kriminelle, denen man mit bürokratischen Verfahren des Zivilrechts nicht beikommen kann. Die Masche ist immer dieselbe: Eine Betrugs-Firma erzeugt durch irgendeinen Trick eine geringe Forderung. Ein kriminelles Inkasso-Büro treibt die Forderung in exorbitante Höhen. Danach übernehmen kriminelle Anwälte. Meistens sitze die kriminelle Vereinigung im selben Gebäude. Eine Freundin von mir wurde selbst schon Opfer so einer kirminellen Vereinigung mit Sitz in Speyer. Die zuständige Justiz ist seit über 10 Jahren machtlos trotz über 100 Strafanzeigen. Die Amtsgerichte unterstützen die Betrügereien ja sogar, indem sie immer wieder die offensichtlich völlig unbegründeten Forderungen dann eintreiben. Und das über Jahrzehnte. Aber in der Dt. Justiz sitzen ja Beamte. Da ich aufgrund meiner Aktionen gegen die Betrüger in Speyer selbst in den Fokus der Anwälte gelangte und aufgefordert wurde, sofort hohe Summen zu überweisen, kann ich jedem Betroffenen nur folgende sehr erfolgreiche Methode empfehlen: Sofortiges Strafanzeige stellen mit dem Hinweis an die Staatsanwaltschaft, sich ggf. selbst zu wehren, da bei Untätigkeit der Justiz in jedem Fall Notwehr gegeben ist. Hinweis an die Anwälte, dass man gerne die hohe Summe zahlt. Allerding an die Jungs, die denen die Hütte abfackeln werden. Sorry, aber dann ist tatsächlich sofort Ruhe. Und wieder mal meine Aufforderung an alle, endlich die Staatsgläubigkeit abzulegen. Der Staat toleriert diese Betrügereien wissentlich seit Jahren.

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