Streitfall des Tages: Wenn Urlauber vor verschlossenen Türen stehen

Streitfall des Tages
Wenn Urlauber vor verschlossenen Türen stehen

Immer mehr Internetportale vermitteln Privatunterkünfte. Das nutzen Betrüger aus und bieten Wohnungen und Häuser an, die es gar nicht gibt. Welche Fehler Nutzer machen können und wie sie richtig reservieren.
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Tanja S. will mit zwei Freunden am ersten Weihnachtsfeiertag nach New York fliegen. Hotel? Das ist viel zu unpersönlich, findet sie. Darum schaut sie auf der Internetseite von Airbnb und wird prompt fündig: Ein Appartment mit einem Wohn- und einem Schlafzimmer, in dem drei Leute unterkommen, zentral gelegen. Für vier Nächte soll es 750 Euro kosten. Der Vermieter wünscht eine Anzahlung von 500 Euro via Western Union.

Tanja sendet das Geld, ohne das mit ihren Freundinnen besprochen zu haben, denn sie sollte die Unterkunft organisieren. Doch ihre Freundinnen fallen aus allen Wolken, denn Airbnb warnt ausdrücklich davor, die Bezahlung außerhalb des Systems vorzunehmen. Zu groß ist die Gefahr, dass das Geld an einen Betrüger geht, der danach unauffindbar ist.

Die drei handeln schnell und haben Glück: Das Geld wurde noch nicht abgeholt. Sie stornieren die Zahlung – und hören nie mehr vom vermeintlichen Vermieter.

So sorgen die Portale vor

Egal, ob es um eine Ferienwohnung für vier Wochen auf Mallorca oder um ein Zimmer für einige Nächte in Manhattan geht: Ein System, bei dem zwei Parteien über das Internet zusammenkommen, lockt auch Betrüger an.

Schließlich muss auch, wer beispielsweise bei Ebay er- oder versteigert, vorsichtig sein. Airbnb, neben 9Flat oder Wimdu ein Anbieter von privaten Unterkünften, ist nach eigenen Angaben in 192 Ländern und 36.000 Städten aktiv – natürlich auch in New York. „Um die Vermietung sicher abzuwickeln, weisen wir unsere Kunden immer wieder darauf hin, dass sie das portaleigene System nicht verlassen sollen“, sagt Lena Sönnichsen aus der Pressestelle.

Die Kontaktaufnahme, der Informationsaustausch, die Kommunikation inklusive Videotelefonate und die Bezahlung, alles geht über dieses System. „Trotzdem hören auch wir immer wieder von Zimmersuchenden, die sich darauf einlassen, das Geschäft außerhalb des Systems abzuwickeln. Da können wir dann natürlich nicht weiterhelfen. Wir warnen davor, Geld über einen Anbieter wie Western Union an eine Person zu senden, die man nicht kennt“, sagt Lena Sönnichsen. „Jeder muss sich darüber im Klaren sein: Das Geld, das er spart, indem er das Geschäft außerhalb des Systems schließt, ist der Preis für die Sicherheit“.

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