Streitfall des Tages
Wenn Verkäufer draufzahlen

Wer etwas im Internet verkaufen möchte, soll sollte auf der Hut sein. Professionelle Betrüger geben sich als Käufer aus und zocken Privatverkäufer ab. Die Maschen der Betrüger und wie Kunden gegen halten.
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Der Fall
Dass sich schwärmerische Seelenlandschaften nur schwer zu Geld machen lassen, musste Andreas B. bei der Erbschaft seiner Mutter erleben. Das Vermächtnis, ein Ölbild eines noch lebenden Künstlers, stellt eine Sommerszene dar. Auf einer Wiese sucht eine Frau sucht Schatten unter einem Baum.

Die pittoreske Szene ist allerdings nur schwer verkäuflich. Der Erbe fragte bei mehreren professionellen Ankäufern nach, ob sie Interesse an dem Bild haben. Es sei zwar nicht wertlos, sagt man ihm, doch es entspreche nicht dem gegenwärtigen Geschmack. Und weil man die Verkaufschancen als eher schlecht einschätzt, will kein Händler das Bild haben.

Der Erbe entscheidet sich, das Bild über die Kleinanzeigenportale von dhd24, Ebay und Kalaydo im Internet zum Kauf anzubieten, und zwar für mehrere hundert Euro. Er ist durchaus bereit, mit einem willigen Käufer zu verhandeln.

Kaum zwei Stunden später bekommt er eine erste Anfrage, geschrieben in schlechtem Deutsch. Ein englischer Geschäftsmann, derzeit angeblich nicht abkömmlich, bietet an, einen Scheck zu schicken. Eine Spedition würde das Bild dann abholen.

Andreas B. zögert einen Moment. Dann entscheidet er sich richtig, er wird dieses Angebot nicht annehmen. Er schreibt dem Geschäftsmann zurück, dass es mit dem Bildverkauf nicht eile. Er solle doch einfach mit Bargeld vorbeikommen, wenn es bei ihm zeitlich besser passe, und er könne ihm das Bild auch reservieren. Andreas B. hört nie mehr von dem englischen Geschäftsmann.

Die Abzockmaschen

Hermann-Josef Schmitz, Kommissariatsleiter Betrug bei der Polizei in Köln, wundert sich darüber überhaupt nicht: “Das ist die typische Masche, mit der Privatverkäufer, aber auch Geschäftsleute abgezockt werden“, warnt er.

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