Streitfall des Tages
Wie Apotheker Kunden und Kassen austricksen

Manchmal rechnen Apotheker Medikamente ab, die sie gar nicht verkaufen. Kunden erhalten Tabletten, die ihnen gar nicht verschrieben wurden. Wie Apotheker tricksen und wann Patienten misstrauisch werden sollten.
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Der Fall

Der Trick kam völlig überraschend. Der Patient D nahm das Rezept von seinem Arzt und ging damit in die nächste Apotheke. Er wollte einfach nur das Medikament, das der Arzt ihm empfohlen hatte.

Doch es kam anders: Er bekam nicht die aufgeschriebene Tablette, sondern nur eine ähnliche. Denn manche Medikamente werden von mehreren Herstellern angeboten. Und wenn da der Apotheker mal eine andere nimmt, fällt das in der Regel nicht auf. Und Apotheker gelten den meisten Patienten als Vertrauensperson.

Doch dem geprellten Patienten fiel der Trick auf. Er sollte laut Arzt seine Tablette teilen. Nun waren es aber Kapseln in der Schachtel. Und die lassen sich nun mal nicht teilen.

Die Gegenseite

Ralf Oberbauer ist Apotheker in Kempten. Ihn wundert es gar nicht, wenn Patienten statt der erhofften Tabletten plötzlich Kapseln in der Schachtel finden. Im Gegenteil, das sei normal. „Das liegt einfach an den Rabattverträgen. Wir Apotheker können da nicht viel machen. Wir müssen oft das Produkt eines anderen Herstellers verkaufen“.

Rabattverträge schließen Krankenkassen mit Pharmafirmen. „Und wir sind nur ausführende Organe“, so Oberbauer. Das Problem: „Tauschen wir die Mittel nicht aus, dann besteht für uns die Gefahr, dass uns Krankenkassen in Regress nehmen.“

Es gibt mit diesem Rabatt auch andere Schwierigkeiten. So sind bestimmte Arzneimittel, für die Kassen einen Rabatt mit den Herstellern aushandelten, gar nicht lieferbar. Eigentlich muss der Apotheker sie verkaufen, weil der Rabattvertrag es so vorsieht. Doch faktisch kann er es nicht, weil er die Pille gar nicht in seinem Regal hat.

Entsprechend wird der Vorsitzende des Deutschen Apothekerverbandes Fritz Becker zitiert, es sei grotesk, „wenn die Krankenkassen Verträge mit Herstellern abschließen, die nicht eine einzige Packung liefern können - und am Ende die Apotheken für die Folgen verantwortlich gemacht werden“.

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Die Tricks der Apotheker

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Was Patienten tun sollten

Kommentare zu " Streitfall des Tages: Wie Apotheker Kunden und Kassen austricksen"

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  • und wer die Abläufe in Apotheken kennt, weiß auch wie die "Betrugsfälle" zustande kommen.....
    Als ob die Apotheke IRGEND einen Vorteil hätte ein bestimmtes Generikum abzugeben

  • Da haben die Krankenkassen Verträge mit einer Firma abgeschlossen, die das Produkt noch garnicht liefern konnten. Erst nach einem guten Viertjahr war die Firma lieferfähig!!
    Sollten die Patienten etwa fast 4 (vier) Monate ohne ihre notwendigen Herzmedikamente bleiben. Jeder halbwegs intelligente Mensch wird das für unmöglich halten - nur die Krankenkassen nicht!! Unfassbar!

  • Denkste - wir haben sie ein Dreiecksverhältnis. Der Apotheker handelt im Auftrag der Krankenkasse unter Berücksichtigung der sozialrechtlichen Vorgaben. Dazu gehört das er die Rezeptgebühr eintreibt.natürlich ist es ein Risiko, wenn er sie einem Kunden stundet der zurzeit kein Geld 'mit'hat

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