Streitfall des Tages
Wie Autowerkstätten ihre Kunden abzocken

Zahlreiche Kfz-Werkstätten werben mit Gratis- Reparaturen von Windschutzscheiben. Die Versicherung soll die Kosten tragen, doch oft bleiben die Kunden auf der Rechnung sitzen. Was Autofahrer wissen sollten.
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Der Fall

Es war auf dem Parkplatz eines Supermarktes in Sachsen. Dort standen Vertreter einer mobilen Kfz-Werkstatt und warben mit der Aufschrift „Kostenlose Steinschlagbeseitigung oder Reparatur direkt am Toom-Markt“. Auch das Fahrzeug eines Angestellten hatte einen kleinen Schaden in der Frontscheibe.

Der Besitzer wurde angesprochen und ließ die Windschutzscheibe vor Ort reparieren – auf Kosten der Teilkasko hieß es. Doch wenige Zeit später kam die Rechnung. Der Fahrzeughalter hatte zwar eine Teilkasko, aber seine Assekuranz hatte es abgelehnt, für den Schaden aufzukommen. Die Firma forderte daher das Geld vom Autobesitzer ein.

Der Angestellte verweigerte die Zahlung und nahm sich einen Anwalt. Das Gericht gab ihm Recht. Nach dem neuen Urteil des Amtsgerichts in Meiningen haben Geschädigte mit ähnlich gelagerten Fällen gute Chancen, mit ihrer Weigerung durchzukommen.

Die Gegenseite

Das Urteil wurde gegen eine kleine mobile Kfz-Werkstatt ausgesprochen. In der Begründung heißt es, „ dass die Firma, die sich in Anlehnung einer im am Markt etablierten in gleicher Geschäftswelt tätig werdenden Firma mit ähnlichem Namen auf Dummenfang geht,“ Jean-Pierre Filippini, Geschäftsführer des Marktführers Carglass GmbH gibt dazu Stellungnahme ab.

„Leider gibt es immer wieder schwarze Schafe in der Branche. Wir begrüßen daher das Urteil des Amtsgericht Meiningen. Carglass kooperiert mit allen führenden Versicherungsgesellschaften und überprüft grundsätzlich vorab, ob die Kosten von der Versicherung des Kunden übernommen werden. Eine böse Überraschung ist somit ausgeschlossen. Auf die reparierte Scheibe gibt es bei uns 30 Jahre Garantie.“

 

Kommentare zu " Streitfall des Tages: Wie Autowerkstätten ihre Kunden abzocken"

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  • Ich hab die Community Richtlinien nicht gelesen, doch glaub ich, dass eine Änderungsbitte i.O. geht: In Ihrem Beitrag steht: "Die meisten Autofahrer im Land wenden sich dabei an seriöse Werkstätten, die vor der Reparatur prüfen, ob die Haftpflichtversicherung den Schaden übernimmt". Im weiteren Verlauf lassen Sie frelich keine Zweifel, dass die Teilkasko und nicht die Haftpflicht des Geschädigten betroffen ist. Deshalb kann es vermutlich auch keine große Hürde sein, den Online-Beitrag an der Stelle zu ändern - oder?

    Beste Grüße

    Harald Portele

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