Streitfall des Tages
Wie eine Airline beinahe eine Hochzeit platzen ließ

Tausende Flüge verspäten sich, manchmal warten Passagiere tagelang am Flughafen. Betroffene müssen das nicht hinnehmen. Wie man sich wehren kann und was Airlines zahlen müssen.
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Der Fall


Amal und Stefan Breuer wollten mit Freunden und Verwandten von Düsseldorf nach Casablanca fliegen, um dort zu heiraten. Doch der Flieger kommt nicht. Für die Hochzeitsgäste ist das der Startschuss für eine Ochsentour mit ungewissem Ausgang. Die spanische Airline Iberia, bei denen das junge Paar gebucht haben, lässt die Passagiere zum Flughafen Köln/Bonn bringen. Dort war der Flieger am Vorabend außerplanmäßig gelandet.

Mit großer Verspätung kommt die Hochzeitsgesellschaft in Madrid an und verpasst deshalb den Anschlussflug nach Casablanca. Einige Stunden und viele Diskussionen später reist ein Teil der Gruppe weiter nach Rom, und am nächsten Tag von dort nach Casablanca, während der andere Teil direkt nach Madrid fliegt, jedoch wesentlich später als geplant. Zu allem Überfluss kommt nicht alles Gepäck mit den Passagieren in Casablanca an.

Die Hochzeit findet zum Glück trotzdem statt. Wieder zuhause beschwert sich das frisch getraute Ehepaar bei Iberia und erhält nach einigem Hin und Her einen Scheck über 30 Euro für die Taxifahrt vom Flughafen Rom zum Hotel und für einen Kaffee.

Die Gegenseite


Bei der Iberia Direktion für Zentraleuropa in Frankfurt heißt es auf Nachfrage, in solchen Fällen seien häufig außergewöhnliche Umstände im Spiel. Man müsse dann klären, inwieweit die Fluggesellschaft verantwortlich für die verursachten Probleme sei. Iberia ließ sich die Unterlagen zum Fall Amal und Stefan Breuer nochmals schicken und will ihn erneut untersuchen.

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  • Gerechtfertigte "aussergewöhnliche Umstände" sind eher selten, da sich nach Auffassung des EuGH die Airline bezüglich der Annullierung eines Fluges aufgrund eines technischen Defektes nur dann auf außergewöhnliche Umstände iSd Art. 5 III der EG VO Nr. 261/04 berufen kann, wenn der technische Defekt nicht im Rahmen der normalen Tätigkeit des Luftfahrtunternehmens aufgetreten ist und von diesem auch nicht beherrschbar war, (EuGH C-549/07, Rn. 23).

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