Streitfall des Tages
Wie geprellte Kunden an ihr Geld kommen

Viele Kunden von Energieversorgern, Möbelhäusern oder Reiseveranstaltern gehen in Vorkasse. Wenn das Unternehmen Pleite geht, ist die Vorauszahlung häufig futsch. Wie Kunden von insolventen Firmen an ihr Geld kommen.
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Der Fall


Mitte Juni hatte der Energieversorger Teldafax Insolvenz angemeldet und kurz darauf die Energielieferungen eingestellt. Der jeweilige Grundversorger vor Ort stellt zwar für die Verbraucher die Versorgung sicher, aber in der Regel zu einem deutlich höheren Preis.

Am 1. September 2011 teilte der vom Amtsgericht Bonn bestellte Insolvenzverwalter Biner Bähr mit, dass das Insolvenzverfahren für Teldafax eröffnet wurde. Allen bekannten Gläubigern wird nun ein Formular zugeschickt, in dem sie ihre Forderungen anmelden können.

Im Wesentlichen sind dies Teldafax-Kunden, die aufgrund einer künftigen Strom-Lieferung in Vorauszahlung gegangen sind. Wegen der großen Zahl der Gläubiger, wird der Formular-Versand Wochen dauern.

Die Relevanz


Die Verbraucherzentrale Hamburg gibt die Zahl der betroffenen Teldafax-Gläuber auf rund 700.000 Kunden an. So spektakulär die Insolvenz des Energieversorgers aufgrund der hohen Zahl der betroffenen Gläubiger ist, so ist doch nur ein Unternehmen von vielen, die jährlich Insolvenz anmelden.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts meldeten die deutschen Amtsgerichte im vergangenen Jahr 31.998 Unternehmensinsolvenzen. Die Gerichte bezifferten die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger im Jahr 2010 auf rund 39 Milliarden Euro. Im Jahr 2009 beliefen sich die Forderungen sogar auf 85 Milliarden Euro. Dies war die bisher höchste Forderungssumme und war auf die Insolvenzen einiger wirtschaftlich bedeutender Unternehmen zurückzuführen.

2009 stellten auch so namhafte Warenhausketten wie Woolworth und Karstadt (Arcandor) den Insolvenzantrag. Von der Insolvenz betroffen war auch das zur Arcandor-Gruppe gehörende Versandhändler Quelle. Das Versandunternehmen wurde aufgelöst und in Teilen verkauft, die Marke "Quelle" gehört heute der Otto Group.

Das Risiko einer Unternehmensinsolvenz besteht für Verbraucher vor allem dann, wenn sie finanziell in Vorleistung gehen. Besonders Branchen mit hohem Anteil an Vorauskasse wie Versandhandel, Energieversorger oder Netzanbieter sowie Branchen mit hohen Kaufsummen wie Bauträger und Bauunternehmen bergen für Verbrauchen Risiken.

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