Streitfall des Tages
Wie Gutverdiener Luxusartikel von der Steuer absetzen

Steuersparen ist ein Volkssport. Jeder versucht möglichst viel abzusetzen, gerade teure Gegenstände haben da einen besonderen Reiz. Was das Finanzamt zu Luxus-Handys, Sportwagen oder kostbaren Schreibgut sagt.
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Der Fall


Er war Zahnarzt und hatte wohl eine Vorliebe für teure Telefone. Zumindest hatte er eines im November 2007 für 5.200 Euro gekauft. Eines der Marke V, bekannt für Hochwertigkeit und Handfertigung.

Weitere Kennzeichen dieser Marke: Verwendung von Edelmetallen wie Gold oder Platin und innovativen Werkstoffen wie Liquidmetallen, Diamanten, oder Keramik. Fest steht jedenfalls, dass das Objekt der Begierde deutlich teurer als die Telefone anderer Hersteller ist.

Umso schöner wäre es doch, wenn man den Fiskus an dieser Investition beteiligen könnte. Der Zahnarzt versuchte es denn auch gleich in seiner Einkommensteuererklärung 2007. Als Rubrik wählte er hier „Betriebsausgaben der Zahnarztpraxis“. Entsprechend der Abschreibungsregeln machte er 289 Euro für das Handy geltend. Seine Begründung: Er habe ein widerstandsfähiges Handy erwerben wollen, das er für etwa zehn Jahre und damit länger als günstigere Modelle nutzen könne.

Letztlich, so der Dentist, begründeten die Eigenschaften dieses Handys seine Angemessenheit. Zudem habe es einen besonders guten Empfang. Und im Übrigen sei auch die gesamte Ausstattung der Praxis sehr hochwertig. Das Handy passe da sehr gut dazu.

Die Gegenseite


Das Finanzamt spielte nicht mit. Begründung: Die Anschaffungskosten des Handys seien doch eher unangemessen. Die Betriebsausgaben für das Handy wurden damit nicht anerkannt. Denn, so lautete die Erklärung der Finanzbeamten, für den Geschäftserfolg eines Zahnarztes habe ein handgearbeitetes Handy keine Bedeutung.

Ein «normales» Handy reiche völlig aus, um die Erreichbarkeit eines Zahnarztes an zwei bis drei Bereitschaftswochenenden im Jahr zu gewährleisten. Allenfalls sei ein einmaliger Pauschalbetrag in Höhe von 300 Euro bei den Betriebsausgaben anzusetzen.

Kommentare zu " Streitfall des Tages: Wie Gutverdiener Luxusartikel von der Steuer absetzen"

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  • Ich lach mich schlaff.

    Das sind doch alles nur Ablenkmanöver. Seit wann bestimmt der floh, was der Löwe fressen will.

    Und seit wann zahlen die echten Leistungsträger denn "echte" Steuern. alleine der Gedanke daran ist so daneben, wie der Wunsch, dassm der Mensch einen wirklichen einfluss auf das Weltklima hat.

    Super Witz


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