Streitfall des Tages
Wie man den Staat an den Umzugskosten beteiligt

Wer mag schon Umzüge? Wenn man doppelt Miete und noch vieles mehr zahlen muss, wird das teuer. Wer wegen eines Jobwechsels umzieht, kann zwar vieles absetzen. Aber Vorsicht: Schwarzarbeit kann gefährlich werden.
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Der Fall

Er wohnte einst in X. Dann zog er wegen eines neuen Jobs nach Y. Dort mietete er eine 165 Quadratmeter große Wohnung, genau zu dem Tag, an dem er auch seinen neuen Job antrat. Gleichzeitig zahlte er aber auch für zwei Monate Miete für die Wohnung in Y. Er dachte kurz nach und schrieb diese Kosten für die Y-Wohnung in voller Höhe als Werbungskosten in seine Steuererklärung. Es ging immerhin um 2.281 Euro.

Die Gegenseite

So nicht, meinte der Fiskus. Der zuständige Finanzbeamte akzeptierte unter Hinweis auf eine doppelte Haushaltsführung nur anteilige Kosten für 60 Quadratmeter Wohnfläche. Die Argumentation: Der Umzügler habe bis zum Nachzug seiner Familie einen doppelten Haushalt geführt. Folglich sei der Abzug der Mietaufwendungen auf das für eine Person Notwendige begrenzt. Will heißen: auf eine 60 Quadratmeter große Wohnung zu dem ortsüblich durchschnittlichen Mietzins.

Die Relevanz

Jedes Jahr ziehen in Deutschland rund zwölf Prozent aller Haushalte um. Zumindest war das im Jahr 2007 so, nach einer Studie der Umzug AG. Konkret wechseln fast fünf Millionen Haushalte jährlich ihren Wohnort. Das sind wiederum  8.415.032 Personen. Und nicht jeder schafft es ordnungsgemäß zu kündigen, so dass Doppelmieten immer wieder anfallen. Denn nur rund 50 Prozent der Umziehenden, plant den Umzug im Zeitraum von ein bis drei Monaten im Voraus. Damit ist klar, dass der Rest meist doppelt Miete zahlen muss.

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