Streitfall des Tages
Wie Sie sich gegen Beleidigungen im Internet wehren

Anonyme Schreiber ruinieren im Internet mit zweifelhaften Beiträgen den Ruf von Unschuldigen. Solche Online-Verleumdungen können böse Folgen haben. Doch Betroffene können sich wehren und sogar Google verklagen.
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Der Fall


Für viele wird das Internet zum Pranger. Als ein Geschäftsmann seinen Namen googelte, fand er zahlreiche Beleidigungen. Auch sein Geschäftsgebaren wurde fälschlich scharf kritisiert. Damit nicht genug: Ein anonymer Nutzer behauptete, er würde seine Visa-Card zur Begleichung von Sex-Rechnungen nutzen.

Solche Äußerungen seien unwahr und ehrenrührig befand der Unternehmer. Der Bloßgestellte fühlte sich in seinen Persönlichkeitsrechten verletzt. Beleidigungen und Falschbehauptungen über sein Geschäftsgebaren und angebliche privaten Vorlieben können unkalkulierbare Folgen haben. Der Mann musste sich wehren.

Die Gegenseite


Besagter Geschäftsmann verklagte daraufhin niemanden geringeren als den Provider Google. So stellt die Firma mit Sitz in Kalifornien die technische Infrastruktur und den Speicherplatz für eine Website und für die unter einer Webadresseeingerichteten Blogs zur Verfügung.

Genau hier hatte die Beleidigung stattgefunden. Hinsichtlich der Blogs, journal- oder tagebuchartig angelegten Webseiten, fungiert Google nämlich als so genannter „Hostprovider“. Seitens Google wurde, wie sollte es anders sein, die Abweisung der Klage beantragt.

Die Relevanz


Das Internet ist auf dem Vormarsch. Und je mehr User es gibt umso folgenreicher können dort verbreitete Beleidigungen sein. So sind laut aktueller ARD/ZDF-Onlinestudie 51,7 Millionen Deutsche inzwischen online. Innerhalb eines Jahres sind 2,7 Millionen neue Nutzer hinzugekommen. Immerhin suchen 20 Prozent nach den Unternehmensprofilen in einschlägigen sozialen Netzwerken. Nicht gut, wenn dort dann üble und unzutreffende Kommentare über die Firmen abgeben werden.

Laut Medienberichten sollen im Jahr 2010 rund 25 Prozent der Nutzer eines sozialen Netzwerks nach eigenen Angaben mit Beleidigungen oder Bedrohungen in Berührung gekommen sein. Auch auf den Seiten www.rufmordopfer.com und www.Internetvictims.de geht es hoch her und Betroffene melden sich zu Wort.

Immerhin sollen nach einer aktuellen Studie auch 28 Prozent aller Personalberater das Internet nutzen, um sich potentielle Bewerber vor einer Anstellung einmal genauer anzusehen. Wenn sie dort dann falsche, unter die Gürtellinie zielende Behauptungen finden, kann das sehr ungute Folgen haben. Gleiches gilt für Firmen, die durch Blogger zu Unrecht in Misskredit gebracht werden.

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