Stromnetzausbau
Verbraucherschützer warnen vor Bürgeranleihe

Bis 2023 will die Bundesregierung das Stromnetz ausbauen. Um die dafür benötigten 20 Milliarden Euro zusammenzubekommen, können sich Bürger beteiligen – durch Anleihen. Verbraucherschützer warnen aber vor der Anlage.
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HamburgDie sogenannte Bürgeranleihe zum Ausbau des Stromnetzes ist nach Ansicht von Verbraucherschützern ungeeignet für Privathaushalte. Die Verbraucherzentralen Hamburg und Baden-Württemberg erklärten am Montag, die Bürgeranleihe des niederländischen Stromanbieters Tennet sei wegen der hohen Risiken nicht für Privatanleger geeignet.

Den privaten Anlegern werde suggeriert, dass sie exklusiven Zugang zu einer rentablen Geldanlage erhielten. Weil mit Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) und Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) zwei Regierungsmitglieder für diese Form der Beteiligung am Ausbau der Stromnetze würben, „besteht die Gefahr, dass viele Menschen im Vertrauen darauf die Anlagerisiken nicht ausreichend berücksichtigen“, erklärte Sandra Klug von der Verbraucherzentrale Hamburg.

Wer in die Bürgeranleihe investiere, trage das Risiko eines Totalverlustes und könne den Kredit, den er dem Unternehmen Tennet gebe, nie kündigen, warnte Klug. Die Laufzeit sei unbefristet, so dass die Anleihe nur an der Börse verkauft werden könne. „Wie viel an der Börse gezahlt wird, ist jedoch ungewiss.“ Den angekündigten Zins von fünf Prozent gebe es für Anleger frühstens nach Baubeginn. Bis dahin liege er bei drei Prozent. Zudem könne sich der für 2015 geplante Baubeginn durch Gerichtsverfahren verzögern, da es Widerstände in der Region und bei Umweltschützern gebe.

Altmaier und Rösler hatten sich Anfang Juli mit den vier Netzbetreibern auf ein Konzept für sogenannte Bürgeranleihen geeinigt. Sie hoffen, dass sie damit den Netzausbau beschleunigen und die Akzeptanz für neue Leitungen erhöhen können. Die Mindesteinlage soll dem Konzept zufolge bei etwa 1000 Euro liegen. Anwohner in unmittelbarer Nähe neuer Leitungen sollen bevorzugt werden. Die Regierung schätzt, dass bis 2023 rund 20 Milliarden Euro in neue Netze investiert werden müssen. Die Bürgerbeteiligung soll bis zu 15 Prozent dieser Investitionssumme einbringen.

Modelle der Bürgerbeteiligung sollen in den kommenden Monaten die vier Netzbetreiber Amprion, Tennet, TransnetBW und 50Hertz entwickeln. Tennet betreut bereits das Pilotprojekt in Schleswig-Holstein zur Finanzierung einer Windstromleitung. 160.000 Haushalte in den Kreisen Nordfriesland und Dithmarschen wurden angeschrieben. Die Zeichnungsfrist läuft bis 30. August.

Die geplante Westküstenleitung soll Strom aus Windparks an der Nordseeküste über 150 Kilometer in den Süden Schleswig-Holsteins leiten, wo Anschluss an das überregionale Netz besteht.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • Es steht zwar im Gesetz 9% Rendite, defacto sind es vielleicht 4%. Ähnlich wie bei den Banken wirbt der Staat mit einer hohen Rendite, effektiv kommt aber dabei nichts rum.
    Wieso zahlt der Kunde doppelt? Bitte, Sie haben keine Ahnung von den Netzentgelten und Strompreisen, dann behalten Sie Ihre Meinung auch für sich. Bis jetzt wird nur der EE der "Popo" gepempert. Da frage ich mich schon, wer die bessere Lobbyarbeit macht...

  • Die Leitungen für die ostdeutschen ( und auch die westdeutschen) Kohlekraftwerke stehen schon seit Jahrzehnten. Der Ausbau ist nur wegen der wildwuchernden sogenannten EE notwendig! Und die 20 Mrd. Euro sind nicht für den Betrieb, sondern für den Neubau von Netzen erforderlich.

  • Ziel von Schwarz-Gelb ist sämtlichen Lobbyisten zu großen Gewinnen zu verhelfen, deshalb alles zu privatisieren, kein eigenes Risiko mehr zu tragen, die Kosten dem Bürger auf zu halsen.
    Wenn das ganze dann noch gelingt in dem man Arbeit verweigert,verschiebt,aussitzt ist es noch bequemer.
    Diese schlechteste Regierung aller Zeiten heimst fremde Errungenschaften als eigene Erfolge ein, und Probleme schiebt sie auf die Vorgängerregierung.
    Wie kann eine Regierung ohne Programme bei 40% in Wahlumfragen stehen.
    Als nächstes wird das ganze Gesundheitsystem privatisiert, das Rentensystem etc. und wer sich nicht hoch genug absichern kann, oder genug verdient der wird vergessen.
    Amerikanische Verhältnisse. Da kann die Regierung doch auch gleich der amerikanischen Spionage zustimmen, oder zulassen.
    Warum braucht man noch eine Regierung.

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