Studie
Die Erbschaftswelle rollt

In den kommenden Jahrzehnten wird in Deutschland so viel wie nie vererbt. Eine Studie der Postbank zeigt, was die Deutschen erben, wie sie auf den Erbfall vorbereitet sind und warum es so häufig Streit ums Erbe gibt.
  • 21

DüsseldorfMehr als jede fünfte Erbschaft in Deutschland wird künftig sechsstellig sein. Und die Chance, ein Eigenheim zu erben, verdoppelt sich. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Studie der Postbank in Zusammenarbeit mit dem Institut Allensbach. „Das Erbvolumen wird drastisch und auf ein historisches Niveau steigen“, sagt Michael Meyer, Retailvorstand der Postbank.

Bisher sei gut die Hälfte aller Erbschaften in Deutschland maximal 25.000 Euro wert gewesen. Nachlässe dieser Größenordnung werden künftig aber nur noch fast ein Viertel so häufig vorkommen. Dafür nimmt die Zahl der Erbschaften im Wert von mindestens 100.000 Euro um fünfzig Prozent zu. Die Deutschen sind ein Volk von Erben.

Ablesen lässt sich das auch am Erbschaftssteueraufkommen. Nach Zahlen des statistischen Bundesamtes Destatis und des Arbeitskreises Steuerschätzung zahlten die Bundesbürger im vergangenen Jahr 4,246 Milliarden Euro Erbschaftssteuer. Im Jahr 2016 dürfte diese Summe auf 4,661 Milliarden Euro ansteigen.

Bargeld spielt bei Erbschaften allerdings immer seltener eine Rolle. Die Deutschen setzen immer öfter auf das Eigenheim. Das Immobilienvermögen der 65-Jahrigen und Älteren wird sich bis 2030 glatt verdoppeln. Kein Wunder, dass Häuser und Wohnungen künftig in zwei von drei Erbschaftsfällen eine Rolle spielen. Die Häufigkeit, ein Eigenheim zu erben, wird sich damit verdoppeln.

Fast jeder Immobilienbesitzer schätzt, dass sein Haus oder seine Wohnung mindestens eine Viertel Million Euro wert ist. „Mancher mag ja bei der Schätzung daneben liegen“, sagt Meyer. „Doch selbst mit einem hohen Abschlag bleibt durch die Vielzahl der Fälle ein riesiges zukünftiges Volumen an vererbten Immobilienwerten.“ Die Bundesbank schätzt den Wert aller privaten Immobilien in Deutschland auf rund 5.200 Milliarden Euro. Bei etwa 19 Millionen Haushalten mit Immobilienbesitz ergibt dies rechnerisch tatsächlich ein Mittelwert von 260.000 Euro. Davon müssen allerdings die laufenden Kredite noch abgezogen werden.

Kommentare zu " Studie: Die Erbschaftswelle rollt"

Alle Kommentare
  • In Deutschland gibt es etwa 50 Millionen Mitglieder christlicher Kirchen. Wieviele werden aber beim Vererben folgende Aussage der Bibel beachten?
    Sammelt keine Reichtümer hier auf der Erde!
    ...Sammelt lieber Reichtümer bei Gott.
    Matthäus 6,19.20

    Mit guten Segenswünschen
    Claus F. Dieterle

  • Hallo willi,

    da ich drei Kinder habe, ist klar, dass jedes ein Haus bekommt. Alle mit Studium (won den Eltern bezahlt). Das ist für mich sozial.

    Sorry, gerade ich habe mich nicht beklagt und auch nicht gejammert. Ich bin zufrieden und gebe offen zu, legal vom deutschen Steuerrecht profitiert zu haben (wie viele auch).

    Aber ohne Netto-Profit keine Erbschaften!!!

    Ich wohne in München Waldtrudering. Das war vor über 20 Jahren noch Einflug-Zone für den alten Münchner Flughafen. Als der Flughafen verlegt wurde, schossen die Immobilienpreise hier in die Höhe. Der qm Grund ist jetzt ab 1000 Euro zu haben. Ich finde es durchaus sozial, wenn alle meine Nachbarn - die meisten Pensionäre und Rentner – mit ihren Siedlerhäusern jetzt Millionäre sind.....

    Immerhin müssen die bei Pflegekosten von 3.500 Euro / Monat den Staat oder – schlimmer – die Kinder anpumpen. Das nenne ich sozial.

  • Nun hat ja auch der Staat die Steuern für Kapitalgewinne gesenkt! DIe müssen nicht mehr mit dem eigenen Steuersatz, sondern nur noch mit 25% versteuert werden! Super für alle Zocker am Markt!

Serviceangebote