Studie
Die Erbschaftswelle rollt

In den kommenden Jahrzehnten wird in Deutschland so viel wie nie vererbt. Eine Studie der Postbank zeigt, was die Deutschen erben, wie sie auf den Erbfall vorbereitet sind und warum es so häufig Streit ums Erbe gibt.

DüsseldorfMehr als jede fünfte Erbschaft in Deutschland wird künftig sechsstellig sein. Und die Chance, ein Eigenheim zu erben, verdoppelt sich. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Studie der Postbank in Zusammenarbeit mit dem Institut Allensbach. „Das Erbvolumen wird drastisch und auf ein historisches Niveau steigen“, sagt Michael Meyer, Retailvorstand der Postbank.

Bisher sei gut die Hälfte aller Erbschaften in Deutschland maximal 25.000 Euro wert gewesen. Nachlässe dieser Größenordnung werden künftig aber nur noch fast ein Viertel so häufig vorkommen. Dafür nimmt die Zahl der Erbschaften im Wert von mindestens 100.000 Euro um fünfzig Prozent zu. Die Deutschen sind ein Volk von Erben.

Ablesen lässt sich das auch am Erbschaftssteueraufkommen. Nach Zahlen des statistischen Bundesamtes Destatis und des Arbeitskreises Steuerschätzung zahlten die Bundesbürger im vergangenen Jahr 4,246 Milliarden Euro Erbschaftssteuer. Im Jahr 2016 dürfte diese Summe auf 4,661 Milliarden Euro ansteigen.

Bargeld spielt bei Erbschaften allerdings immer seltener eine Rolle. Die Deutschen setzen immer öfter auf das Eigenheim. Das Immobilienvermögen der 65-Jahrigen und Älteren wird sich bis 2030 glatt verdoppeln. Kein Wunder, dass Häuser und Wohnungen künftig in zwei von drei Erbschaftsfällen eine Rolle spielen. Die Häufigkeit, ein Eigenheim zu erben, wird sich damit verdoppeln.

Fast jeder Immobilienbesitzer schätzt, dass sein Haus oder seine Wohnung mindestens eine Viertel Million Euro wert ist. „Mancher mag ja bei der Schätzung daneben liegen“, sagt Meyer. „Doch selbst mit einem hohen Abschlag bleibt durch die Vielzahl der Fälle ein riesiges zukünftiges Volumen an vererbten Immobilienwerten.“ Die Bundesbank schätzt den Wert aller privaten Immobilien in Deutschland auf rund 5.200 Milliarden Euro. Bei etwa 19 Millionen Haushalten mit Immobilienbesitz ergibt dies rechnerisch tatsächlich ein Mittelwert von 260.000 Euro. Davon müssen allerdings die laufenden Kredite noch abgezogen werden.

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