Studium und Finanzen (Teil 2)
Das müssen Eltern ihren Kindern bezahlen

Auch volljährige Studenten haben meist einen Anspruch auf Unterhalt. Doch was, wenn die Eltern nicht zahlen wollen oder können? Wir klären die wichtigsten Fragen.
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Düsseldorf33.000 Euro – so viel kann ein schicker Mittelklassewagen kosten oder die längst überfällige Dachsanierung. Oder Eltern investieren stattdessen in Bildung und bezahlen ihrem Sprössling ein Studium. Rund 33.000 Euro sollte man einplanen – mal mehr, mal weniger. Viele Eltern können sich das nicht leisten oder wollen nicht zahlen.

Wenn sich eine Familie bei der Finanzierung des Studiums dann nicht einig wird, endet das häufig in Streit. Rechtsanwältin Caroline Wegener von der Kanzlei Schumacher & Partner kennt diese Fälle. Oft landen bei ihr Mandanten, die sich über die Höhe des Kindesunterhaltes streiten. Sie rät Eltern und Kindern, sich bereits lange vorher Gedanken um die Finanzierung eines Studiums zu machen. „Dann findet sich meistens schon eine sinnvolle Lösung.“ Was Eltern und Kinder bei den Unterhaltszahlungen während eines Studiums beachten müssen, erklärt Rechtsanwältin Wegener im Interview mit Handelsblatt Online.

Frau Wegener, wenn sich Eltern und Kinder über die Studienfinanzierung streiten, macht Sie das nicht traurig?
Natürlich ist das sehr bedauerlich. Häufig gibt es Krach, wenn die Eltern getrennt leben oder geschieden sind. Dann müssen sie anteilig zahlen und es entsteht Streit um die Höhe der jeweiligen Verpflichtungen.

Dennoch sind Eltern verpflichtet, zumindest den Unterhalt zu zahlen. Gilt das auch, wenn das Kind bereits volljährig ist und studieren möchte?
Generell müssen Eltern Unterhalt leisten, solange das Kind noch nicht volljährig ist. Doch befindet sich ein volljähriges Kind beispielsweise in einer Berufsausbildung, zu der auch ein Studium gehört, dann gilt es als unterhaltsbedürftig. Dann sind die Eltern zum Unterhalt verpflichtet.

Müssen Eltern während des gesamten Studiums Unterhalt zahlen?
Ja, grundsätzlich besteht die Unterhaltspflicht bis Ende der Regelstudienzeit. Das gilt als Maßstab. Doch auch wenn das Kind etwas länger braucht, endet die Unterhaltspflicht nicht automatisch mit Ende der Regelstudienzeit. Dann wird geprüft, wie lange das Studium durchschnittlich dauert. Entsprechend kann sich die Unterhaltspflicht verlängern. Doch nicht nur die Eltern haben Pflichten, sondern auch das Kind. Es ist verpflichtet, die Ausbildung mit Fleiß und Zielstrebigkeit zu absolvieren. Der typische Langzeitstudent oder Trödler hat also keinen Freifahrtschein, dass die Eltern das gesamte Studium zahlen müssen, wenn er bereits über die durchschnittliche Länge studiert.

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