Sturmschäden
„Manche Baumbesitzer sind selbst Schuld“

In NRW laufen nach dem Unwetter die Aufräumarbeiten. Umgestürzte Bäume und abgebrochene Äste sind auf Straßen, Häusern und Autos gelandet. Rechtsanwalt Gerold Happ erklärt, welche Versicherung die Schäden zahlt.
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Bei dem schweren Unwetter in Nordrhein-Westfalen sind Hunderte Bäume umgestürzt. Diese haben nicht nur die Straßen blockiert, sondern auch Schäden an Häusern, in Gärten und Autos verursacht. Für viele Betroffene stellt sich nun die Frage: Wer zahlt eigentlich den Schaden? Gerold Happ, Rechtsanwalt und Versicherungsexperte von Haus & Grund kennt die Antwort.

Herr Happ, welche Versicherung muss zahlen, wenn ein Baum in meinem Garten umgestürzt ist?
Das kommt darauf an, wohin der Baum gefallen ist. Hat er das eigene Haus beschädigt, ist die Gebäudeversicherung zuständig. Wurde das Haus des Nachbarn getroffen, ist das ein Fall für die Eigentümerhaftpflicht – oder teils auch Grundbesitzerhaftpflicht genannt.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit die Versicherung tatsächlich zahlt?
Bei der Gebäudeversicherung lautet die entscheidende Frage, ob es tatsächlich stürmisch war. Ein Sturm beginnt bei Windstärke acht, also einer Windgeschwindigkeit von 63 Kilometern pro Stunde. Grundsätzlich sind nur Sturmschäden versichert.

Bei Sturm muss die Wohngebäudeversicherung also immer zahlen?
Nicht unbedingt. Zuvor stellt sich die Frage, ob der Baumbesitzer den Schaden selbst vertreten muss. Selbst Schuld wäre er zum Beispiel dann, wenn er kurz zuvor direkt neben dem Baum einen Pool gebaut hätte und dabei einen Großteil des Wurzelwerks zerstört hätte, so dass der Baum nicht mehr richtig im Boden verankert ist. Auch, wenn er weiß, dass der Baum morsch ist, ist er selbst verantwortlich.

Nicht jeder Hausbesitzer ist auch Baumexperte, in welchem Fall muss er erkennen, dass der Baum morsch ist?
Der Hausbesitzer ist nur dann selbst Schuld, wenn er seine Sorgfaltspflicht verletzt hat, da er über den schlechten Zustand des Baums Bescheid wissen musste. Wenn zuvor schon Äste abgebrochen sind, der Baum keine Blätter mehr hatte oder der Besitzer von der Gemeinde schon aufgefordert, den Baum zu fällen, kann er sich nicht herausreden. Er muss aber nicht regelmäßig einen Gärtner kommen lassen muss, der die Bäume genau inspiziert.

In NRW wurden manche Bäume komplett entwurzelt, andere sind abgebrochen oder haben nur einzelne Äste verloren. Macht das für den Versicherungsschutz einen Unterschied?
Wenn die Versicherung die Leistung verweigert, weil der Baum „nur“ abgebrochen ist und nicht entwurzelt wurde, sollte der Hausbesitzer auf jeden Fall Widerspruch einlegen. Schließlich gibt es Unterschiede zwischen den Baumarten und das Wurzelwerk ist mal mehr, mal weniger umfangreich. Und selbst wenn der Baum morsch war, muss die Versicherung nachweisen, dass der Hausbesitzer das wissen musste.

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Auch die Kommune muss für ihre Bäume haften

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  • Bitte entschuldigen Sie meinen Kommentar. Diesen Bericht halte ich für völligen Unsinn. Liebes Handelsblatt, bitte prüfen Sie, ob die Menschen die für Sie schreiben auch Kenntnis von den Dingen haben, über die sie schreiben.
    Warum:
    Um einen Anspruch aus der Haus-und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung generieren zu können, muss der Geschädigte (Hausbesitzer) dem Schädiger (Nachbar), also in diesem Fall dem Baumbesitzer, ein Verschulden nachweisen. Ein Sturm ist üblicherweise "höhere Gewalt", so dass dieser Nachweis nur schwer zu führen ist. Im Übrigen würde die Haftpflichtversicherung nicht den Neuwert (wie eine Gebäudeversicherung) begleichen, sondern nur den sog. Zeitwert. Von daher ist es immer ratsam seine Gebäudeversicherung in Anspruch zu nehmen, denn die zahlt auch ohne Verschulden. Ein Verschulden des Hauseigentümers wird nur dann angerechnet, wenn es sich um grobe Fahrlässigkeit des Versicherungsnehmers (nicht des Nachbarn) handelt. Auch hier wird der Versicherer es aber schwer haben das nachzuweisen.
    Den Unsinn mit dem Rückgriff des Haftpflichtversicherers bei Verschulden des VN will ich hier gar nicht kommentieren.

    Zum Schluss nur noch ein Hinweis an den Rechtsanwalt Happ: Bitte beschränken Sie sich auf das, was Sie sicherlich gut können. Nämlich in Miet-und Eigentumsfragen zu beraten. Nur Versicherungen sind eine ganz andere Sache.

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