S&K-Anlegerskandal
Die Geprellten schlagen zurück

Die Verantwortlichen von S&K lebten in Protz und Prunk – und sollen Privatanleger um Millionen betrogen haben. Jetzt haben sich die ersten Anleger Titel gesichert, um das Vermögen zu pfänden.
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DüsseldorfSäcke voller Geld, die aus einer Villa getragen werden, Partys mit hübschen Mädchen und Fuhrparks voller schneller Autos und Motorräder. So sind die Verantwortlichen der S&K-Gruppe bekannt geworden, die im Verdacht stehen, mit einem sogenannten Schneeballsystem Anleger geprellt zu haben. Die Frankfurter Staatsanwälte ermitteln gegen 85 Verdächtige, darunter die beiden Geschäftsführer der Kapitalanlagegesellschaft S&K als Hauptbeschuldigte.

Einer der Verdächtigen, der mutmaßliche S&K-Anlagebetrüger Stephan Schäfer, stürzte sich mit Handschellen gefesselt aus einem Fenster des Gerichtshauses und zog sich schwere Verletzungen zu.

Jetzt kommt neue Bewegung in den Fall. Das Frankfurter Amtsgericht hat auf Antrag der PIA Rechtsanwaltsgesellschaft einen sogenannten „dinglichen Arrest“ zugunsten eines geschädigten Privatanlegers gegen die Hauptverantwortlichen der S&K Gruppe erlassen. Den Anwälten zufolge kann der Anleger nun in das von der Staatsanwaltschaft sichergestellte Vermögen hinein vollstrecken.

„Mit dem erwirkten Titel ist die Sicherung der Ansprüche möglich. Sobald ein Titel in der Hauptsache vorliegt, kann die tatsächliche Verwertung und der Rückfluss von Geldern zur Kompensation des entstandenen Schadens an die Anleger erfolgen“, erklärt PIA-Partner Klaus Nieding. Weitere Verfahren seien beim Amtsgericht Frankfurt anhängig, so der Anwalt weiter.

Wie viel vom Geld allerdings noch übrig ist, wird sich zeigen. Anwälte haben bereits ihre Detektive losgeschickt, die weltweit nach Vermögenswerten fahnden. Die Staatsanwaltschaft hat eine Liste der beschlagnahmten Dinge im Bundesanzeiger veröffentlicht.

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Das haben die Staatsanwälte beschlagnahmt

Kommentare zu " S&K-Anlegerskandal: Die Geprellten schlagen zurück"

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  • Hat schon jemand den angerichteten Schaden mit dem aus den "Riesterverträgen" verglichen?

  • Warum soll man den Dumm-Michel immer vor sich selber schützen? Dann haben wir bald nur noch Verbote.

    Ein Blick auf die Geschäftsführer von S&K und deren Werdegang - stand früher auf der Homepage - hätte genügt. Etwas Cleverness vorausgesetzt, würde niemand investieren, wenn Ex-Türsteher das Sagen haben.

    Nur eben der Dumm-Michel.

  • In Deutschland waren Journalisten, Politiker und Verbraucherzentralen vor Aktien. Angeblich zu gefährlich. Der Dummmichel stürzt sich stattdessen in windige Immobilienanalagen wie die von S&K. Sind schließlich keine Aktien.

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