S&K-Prozess: „98 Prozent der Behauptungen sind Schwachsinn“

S&K-Prozess
„98 Prozent der Behauptungen sind Schwachsinn“

Nach einem halben Jahr Hauptverhandlung sind die Richter im S&K-Verfahren noch weit von einem Urteil entfernt. Gerade gibt ein S&K-Gründer den Dozenten für Immobilienwirtschaft - und verfolgt damit ein hehres Ziel.

FrankfurtSeit genau einem halben Jahr läuft vor dem Frankfurter Landgericht der Prozess um die Unternehmensgruppe S&K. Die Vorwürfe wiegen schwer. Die Firmengründer, Stephan Schäfer und Jonas Köller, sowie vier Mitarbeiter und Geschäftspartner sind wegen schweren gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs und ebensolcher Untreue angeklagt. Mit einem verschachtelten Firmen- und Beteiligungssystem sollen sie mehr als 11.000 Anleger um mindestens 240 Millionen Euro gebracht haben.

Die Thematik ist ernst, doch aus Sicht der Besucher im Gerichtssaal hat die Verhandlung gelegentlich auch einen großen Unterhaltungswert. Dafür sorgten anfangs vor allem heftige Wortgefechte zwischen Staatsanwaltschaft und Verteidigern, die sich zunächst vorrangig um die Frage drehten, ob der 1774-seitige Anklagesatz überhaupt in der eingereichten Fassung verlesen werden darf. „Das ist besser als Theater – und der Eintritt ist sogar kostenlos“, hatte damals etwa ein Rentnerpaar auf den Besucherplätzen kommentiert.


Als die Mammutanklage dann tatsächlich wochenlang verlesen wurde, lichteten sich die Reihen der Besucher schnell. Vielen Zuhörern dürfte das zu dröge gewesen sein. Inzwischen haben jedoch die Angeklagten das Wort. Eine ausführliche Einlassung hat zuerst Hauke B. vorgetragen, ehemals Geschäftsführer des Hamburger Fondshauses United Investors. „Meine Handlungen waren die eines bereits Betrogenen“, sagte er und gab an, immer das Wohl der Fondsanleger im Blick gehabt zu haben.

Insgesamt trug B. vor Gericht eine 230-seitige Einlassung vor. Gelegentlich wurde sein Vortrag emotional. Auch früher hatte er schon geschildert, dass der Transport von der Justizvollzugsanstalt Weiterstadt zum Landgericht Frankfurt eine enorme Belastung sei. Noch dazu hat er mehrere kleine Kinder, die er seit der Inhaftierung nicht mehr gesehen habe. Sein Vortrag wirkte kämpferisch, er will sich mit aller Macht gegen die Vorwürfe wehren.


Auch Jonas Köller wehrt sich. Seit drei Verhandlungstagen trägt er seine Einlassung vor, meist in sachlichem Tonfall. Mehr als 300 Seiten umfasst nach Angabe seines Verteidigers das Schriftstück. Doch immer wieder gibt er ergänzende Erklärungen.

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