S&K-Verfahren
„Ich möchte mich bei den Anlegern entschuldigen“

Fünf Monate nach Eröffnung der Hauptverhandlung kommen im S&K-Verfahren die beiden angeklagten Hamburger Unternehmer zu Wort. Einer entschuldigte sich bei den Geschädigten, der andere gab sich kämpferisch.

FrankfurtIm Betrugsverfahren um die Frankfurter Immobiliengruppe S&K kommen knapp fünf Monate nach Eröffnung der Hauptverhandlung auch Angeklagte zu Wort. Am Dienstag waren die beiden Hamburger Unternehmer Thomas G. und Hauke B. an der Reihe. Sie waren über das Fondsemissionshaus United Investors mit S&K verbunden.

Ihre Stellungnahmen hätten kaum unterschiedlicher ausfallen können: Der eine hielt sich kurz und gab sich demütig. Der andere klang kämpferisch und verteidigte sich detailliert gegen die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft.

Beinahe auf den Tag genau drei Jahre ist es her, seit die Frankfurter Beamten den Geschäften der S&K-Gruppe und verbundener Unternehmen ein Ende gesetzt haben. Bei einer Großrazzia hatten sie Büros durchsucht und die Firmengründer, Stephan Schäfer und Jonas Köller, sowie weitere Verdächtige festgenommen. Vor dem Landgericht Frankfurt müssen sich die S&K-Gründer und vier Geschäftspartner wegen schweren gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs sowie ebensolcher Untreue verantworten. Alle sechs befinden sich seit ihrer Festnahme in Untersuchungshaft.

Thomas G., trug am Dienstag im Wesentlichen seinen Lebenslauf vor, beschrieb seine Ausbildung zum Industriekaufmann, den beruflichen Werdegang mit diversen Positionen in der Baubranche und seine familiären Verhältnisse. Dabei machte er klar, dass er vom Fondsgeschäft eigentlich keine Ahnung gehabt habe. „Ich stand dem Thema geschlossene Fonds ein wenig ängstlich gegenüber“, sagte er. Doch bei United Investors habe er keine Fonds konstruiert, sondern diese lediglich vertrieben. In diese Tätigkeit sei er von dem ebenfalls angeklagten Hauke B. eingearbeitet worden.

Ergänzend fügte G. hinzu: „Ich möchte mich bei allen Anlegern entschuldigen, die ihr Vertrauen in mich gesetzt und Geld verloren haben.“ Doch eine bloße Entschuldigung dürfte den Anlegern nicht reichen. Laut Anklage soll die S&K-Gruppe mit einem verschachtelten Firmen- und Beteiligungssystem mehr als 11.000 Anleger um mindestens 240 Millionen Euro gebracht haben. Vor dem Landgericht Frankfurt müssen sich die S&K-Gründer - Stephan Schäfer und Jonas Köller - sowie vier weitere Männer seit September 2015 wegen schweren gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs sowie ebensolcher Untreue verantworten.

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