Telekom-Börsengang
Kein Schadenersatz für Kleinaktionäre

Eine weitere Niederlage für T-Aktionäre. 150 Kleinaktionäre forderten von der Telekom Schadensersatz wegen der enormen Kursverluste der Aktie. Doch das Oberlandesgericht sah keine Prospektfehler.
  • 4

Frankfurt/MainErneut sind enttäuschte Kleinanleger mit ihren Klagen gegen einen Börsengang der Deutschen Telekom AG vorläufig gescheitert. Wie bereits in dem weit größeren Vorläuferprozess hat das Oberlandesgericht Frankfurt am Mittwoch auch die Musterklage gegen den zweiten Börsengang des früheren Staatsunternehmens im Jahr 1999 abgeschmettert. Der 23. Zivilsenat konnte in dem Börsenprospekt keine Fehler entdecken.

Auch die umstrittene teilweise Gruppenbewertung der rund 12.000 Telekom-Immobilien in der Eröffnungsbilanz bezeichneten die Richter als rechtmäßig. Die Immobilien waren später deutlich niedriger bewertet worden. Das OLG geht von einem Schätzfehler von etwa zwölf Prozent aus, was absolut im legalen Rahmen für Gutachten liege.

Die rund 150 Kläger hatten sich 1999 mit T-Aktien eingedeckt und später heftige Kursverluste erlitten. Sie verlangen rund 10 Millionen Euro Schadensersatz, weil sie sich vom Börsenprospekt getäuscht fühlten. In dem Vorläuferprozess um den dritten Börsengang aus dem Jahr 2000 geht es sogar um 80 Millionen Euro Schaden.

Seite 1:

Kein Schadenersatz für Kleinaktionäre

Seite 2:

„Die Entscheidung ist überflüssig“

Kommentare zu " Telekom-Börsengang: Kein Schadenersatz für Kleinaktionäre"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Ich bin ja selbst Kleinaktionär und habe sicherlich weit weniger als diese Kläger. Wer aber Telekom vorwirft, 1999 durch den drei Jahre zuvor erfolgten Börsengang getäuscht worden zu sein, hat nicht mehr alle Gurken im Glas. Und überhaupt: Warum soll sich ein Unternehmen dagegen wehren, dass es so teuer eingeschätzt wird? 1999 war ja alles überbewertet und was den Telekomaktionären passiert ist, ist vielen anderen auch passiert. Wo also ist da das Problem?

    I
    Ich bin de Meinung, wer in der Boomphase mit so viel Geld einsteigt, hat es dann am Ende auch nicht anders verdient. Und wer so viel Geld , es aber nicht vernünftig anlegen kann, hat auch das Geld nie verdient gehabt.

  • @zu Rumpelstilzchen
    Deiner Argumentation kann man nicht Folgen. Auch die Banken sind oder wollen immer die Gewinner sein. Dort herrscht die größte Abzocke. Wer hat denn die Kurde nach oben "gedreht" beim Börsengang, doch nicht die Kleinanleger. Die sind regelrecht verarscht worden. Dazu kommt noch die Pointe von Manfred Krug dazu. Denn bei hohen Aktienkursen steigen auch die Provisionen der Konsortialbanken, die am Börsengang gut verdient haben. Je höher der Kurs umso besser die Provisionen. Das ist doch der Punkt und zum Schluss sollte man der sogenannten unabhängigen Rechtsprechung in Deutschland die Glaubwürdigkeit absprechen. Denn die unabhängigen Richter sind das faulste Pack. Ein Beispiel aus Rastatt, wo Richter Tennis spielen und neben an sitzt eine Steuerberaterkanzlei mit Blick auf die Tennisanlage. Na dann zu, zu der . . .

  • Gewinnen wollen alle, verlieren will keiner. Kleinaktionäre wollen immer gewinnen. Auch mit dem Kopf durch die Wand.
    Aua, jetzt gab es eine Beule.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%