Terrorfinanzierung
Weshalb Terroristen am liebsten bar bezahlen

Nach den Attentaten von Paris will Frankreichs Finanzminister die Geldströme der Terroristen austrocknen. Auch die virtuelle Währung Bitcoin steht in der Kritik – dabei setzten die Attentäter auf weniger ausgefeilte Methoden.

FrankfurtTausend Euro – so wenig soll eine Kalaschnikow auf dem belgischen Schwarzmarkt kosten, wie sie auch die Attentäter von Paris benutzt haben. Nach den Anschlägen will Frankreichs Finanzminister Michel Sapin jetzt die Geldströme der Terroristen trockenlegen. Sapin will dabei auch die europäischen Staaten in die Pflicht nehmen. Das Land habe viele Sympathie-Erklärungen erhalten, „nun müssen Taten folgen“, forderte Sapin.

So soll die internationale Geldwäsche-Taskforce FATF etwa Staaten an den Pranger stellen, die Defizite bei der Geldwäschebekämpfung nicht ausräumen. Zudem sollen Banken, Wechselstuben und Versicherungen verdächtige Transaktionen melden. Auch Kunst- und Antiquitätenhändler sollen sich an die Behörden wenden, wenn sie Verdacht schöpfen, dass ihre Kunden Geld waschen wollen.

Dabei sieht es bislang so aus, als ob sich die Attentäter von Paris eher über wenig ausgefallene Wege finanziert hätten. Sie sollen unter anderem anonyme Prepaid-Bankkarten verwendet haben. Solche Karten konnten Bankkunden in Frankreich bislang pro Jahr mit bis zu 2500 Euro aufladen. Das Finanzministerium will die Gesamtsumme begrenzen, nannte aber keine konkreten Zahlen.

Manchen Geldwäscheexperten gehen diese Schritte nicht weit genug. Sie fürchten, dass Terroristen auch virtuelle Währungen nutzen könnten. So diskutierten die EU-Finanzminister auf ihrem Krisentreffen nach den Pariser Anschlägen auch härtere Maßnahmen gegen die Kryptowährung Bitcoin. Bitcoins werden über ein Netzwerk gehandelt, das von sämtlichen Bitcoin-Nutzern gebildet wird. Dazu braucht es keine Banken – und damit auch keinen Geldwäschebeauftragten, dem verdächtige Überweisungen auffallen könnten. Auf Kriminelle und Terroristen üben die virtuellen Münzen deshalb einen großen Reiz aus.

Der amerikanische Student Ali A. rief etwa über soziale Medien dazu auf, mit Bitcoins den Dschihad des so genannten Islamischen Staats (IS) zu finanzieren. Ein Bezirksrichter in Virginia verurteilte den Teenager zu mehr als elf Jahren Haft. Ob und wie viel Geld durch die Aufrufe für den IS zusammenkam, blieb dabei jedoch im Dunkeln. Auch nach den Anschlägen von Paris geriet der Bitcoin schnell unter Verdacht. Das Hackerkonsortium GhostSec behauptete, ein Konto des IS mit Bitcoins im Wert von rund drei Millionen US-Dollar entdeckt zu haben. Doch auch dafür präsentierten die Hacker bislang keinen stichhaltigen Beweis.

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Auch Bitcoins hinterlassen Spuren

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