Testamentsregister
So kommen Erben kommen leichter an den Nachlass

Damit auch der letzte Wille Beachtung findet, gibt es seit Januar das Zentrale Testamentsregister. Erben können auf zuverlässigere Bearbeitung hoffen - und Streitereien vermeiden, die im Erbfall oft entbrennen.
  • 1

DüsseldorfWas sich bisher auf Millionen gelbe Karteikarten in 5000 Standesämtern verteilt hat, soll jetzt in einem digitalen Verzeichnis vereint werden: Seit Januar 2012 gibt es in Deutschland das Testamentsregister, in dem alle Dokumente gespeichert werden, die für die Abwicklung einer Erbschaft relevant sind. "Nachlassverfahren sollen schneller und zuverlässiger werden. Erben müssen dann nicht mehr Wochen und Monate auf die vollständigen Unterlagen über den Nachlass warten, sondern nur noch einen Tag", sagt Thomas Diehn, Geschäftsführer der Bundesnotarkammer.

Besonders innovativ ist so ein digitales Testamentsregister nicht. In 19 anderen Ländern in Europa gibt es schon ähnliche Verzeichnisse, darunter Frankreich, Österreich und Spanien. "Mancherorts gibt es so etwas schon seit Jahrzehnten", sagt Diehn. "Deutschland ist wirklich hintendran."

Bis 2016 sollen aber endlich auch im deutschen Register alle verstaubten Karteikarten digital gespeichert sein. Wer ab nächstem Jahr beim Notar ein Testament aufsetzt, wird außerdem automatisch im Register vermerkt.

Diehn hat das Testamentsregister vom Gesetzesvorschlag bis zur Umsetzung begleitet. Jetzt reist er gerade durch das ganze Bundesgebiet und gibt Kurse für Notare und Gerichte, damit nach dem Jahreswechsel gleich alles glatt läuft. 15 bis 20 Millionen Urkunden aus dem gesamten Bundesgebiet werden es am Ende sein, erwartet die Bundesnotarkammer. Viele Deutsche regeln ihren Nachlass nicht mit einem Testament, sondern verlassen sich einfach darauf, dass die Gesetzeslage das Erbe regelt.

Seite 1:

So kommen Erben kommen leichter an den Nachlass

Seite 2:

Unzustellbare Benachrichtigungen an die Erben sind Geschichte

Kommentare zu " Testamentsregister: So kommen Erben kommen leichter an den Nachlass"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Bei dem Punkt "wie wird das Erbe aufgeteilt?" ist ein Fehler enthalten. Nach Ihrer Formulierung komme ich auf 150 %, da Sie schreiben 50 % für die Ehefrau und beide Kinder jeweils 50 %. Richtig ist, dass die Kinder sich die zweite Hälfte teilen, also jeder 25% erhält. Im Einzelfall kann es aber viel komplizierter sein, wenn z. B. der Zugewinn der Ehefrau konkret errechnet wird.
    Isabel Engelhardt
    Fachanwältin für Erbrecht
    Mannheim

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%