Teure Energie
Stromversorger bitten zur Kasse

Die Verbraucher bekommen die Energiewende erstmals zu spüren: Die Stromversorger in Deutschland werden ihre Preise auf breiter Front erhöhen. Wie stark die Preise steigen und warum der Staat kräftig mitkassiert.
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KölnEs steht bereits seit Monaten fest - die Strompreise in Deutschland werden zum 1. Januar deutlich steigen. Diesmal ist es nicht nur eine Minderheit der rund 1000 Anbieter in Deutschland, die die Stromkunden zur Kasse bitten: Von Stadtwerken bis zu den Regionalversorgern und den Energieriesen, von Discountern bis hin zu den Ökostromanbietern.

Viele wollen oder müssen die gestiegenen Kosten durch die höhere EEG-Umlage und Netzentgelte sowie andere Abgaben ganz oder teilweise auf die Endkunden abwälzen, um ihre Renditen zu sichern. „Bei den Margen kommt praktisch keiner an einer Erhöhung vorbei“, ist sich Ralph Kampwirth vom Ökostromanbieter Lichtblick sicher.

Nach Berechnungen der Internetvergleichsportale Verivox, Toptarif und Check24 hatten bis zum Freitagabend knapp 400 Unternehmen Preisanpassungen angekündigt - darunter Vattenfall, EnBW (zum 1. Februar), EWE, Mainova oder auch der RWE-Discounter Eprimo.

Betroffen seien mehr als die Hälfte aller Haushalte in Deutschland, sagt Dagmar Ginzel von Verivox. Spätestens bis zum Dienstag (20.11.) müssen die Versorger ihre Kunden über Preiserhöhungen informieren, damit die Anpassungen zum 1. Januar wirksam werden können. Daniel Dodt von Toptarif geht davon aus, dass es am Ende mehr als 500 Versorger sein werden.

Im Schnitt liegen die Aufschläge bei rund 11,7 Prozent. Für einen Vier-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 4000 Kilowattstunden errechnen sich daraus zusätzliche Belastungen in einer Größenordnung von rund 125 Euro. Dabei erreichen die Aufschläge bis zu 20 Prozent in der Spitze.

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  • Als Mutti die Hälfte der sichersten AKW’s der Welt abschalten ließ, sind wir vom Stromexporteur zum Importeur geworden.
    Wir beziehen von allen europäischen AKW’s , auch von Temelin.
    Polen baut, Italien plant und die Schweiz haben den Ausstieg erst einmal verschoben. In Schweden und Finnland sind die Werke bald betriebsfertig.
    O-Ton Mutti: “Für den kommenden Winter haben wir schon Strom reserviert“
    Warum macht Sie das wohl?

  • Vor 1 Jahr hatten die Stadwerke noch die Preiserhöhung mit einem kunterbunten Prospekt mit viel Öko-Utopien begleitet. Jetzt aber haben sie im Prospekt nur noch Paragraphenzeichen und schieben die Schuld auf die EEG-Gesetze. Sieht so aus als wäre jetzt endlich "Schluss mit Lustig"!

    Aber die Parteien sind nicht die Alleinschuldigen. Stadwerke, Politiker, Parteien, Unternehmen, die lustig mitgemacht haben weil sie rückgradlos sind und "politisch korrekt" sein wollten, tragen genausoviel Schuld am Schlamassel.

  • @Danypac
    Sie wollen, dass Strom kostenlos unters Volk verteilt wird?!
    Dann tretten Sie selber in die Fahrradpedalen und erzeugen Strom. Diesen Strom können Sie dann kostenlos verteilen.
    Mann oh Mann, wenn ich so ein Geschafel lesen muss, dann denk ich mir, ob manche nicht in einer zugekifften Ökotraumwelt leben.
    Wenn Sie etwas kostenlos haben wollen, dann müssen Sie auch jemanden finden, der diese Arbeit/körperlich Arbeit kostenlos verrichtet. So wie in der Sklavenzeit. Aber selbst der Sklave hat Nahrung gekostet. Ansonsten wäre der menschliche Leistungsakku schnell leer gewesen.

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