Tool der Woche
So fördert der Staat das Studium

Ein Drittel aller Studenten bezieht Bafög. Anspruch auf die staatliche Ausbildungsförderung haben wahrscheinlich noch viel mehr. Wann sich ein Antrag lohnt und wie viel später zurückgezahlt werden muss.
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DüsseldorfBundesweit starten dieser Tage Tausende Studenten ins erste Studiensemester. Für viele beginnt damit zugleich das Arbeitsleben, denn mehr als 60 Prozent aller Studierenden haben einen Nebenjob. Von den Eltern bekommen laut der neuesten Sozialerhebung des Studentenwerks etwa 87 Prozent einen Zuschuss. Staatliche Unterstützung in Form von Bafög wird dagegen nur jedem dritten Studierenden gewährt.

Die Bedingungen für den Bezug von Bafög sind streng. Bevor der Staat einspringt, müssen die Studierenden zunächst das eigene Einkommen und die Ersparnisse einsetzen. Geschont wird lediglich ein Sparguthaben von 5.200 Euro. Als nächstes wird das Einkommen des etwaigen Ehegatten oder eingetragenen Lebenspartners überprüft. Reicht das auch nicht aus, können die Eltern zur Kasse gebeten werden.

Dennoch gibt es eine große Dunkelziffer von Studierenden, die eigentlich einen Anspruch auf eine Förderung hätten, diesen aber nicht nutzen. „Grund dafür sind häufig Fehlinformationen. So glauben viele Studenten, dass ihnen keine Förderung zusteht, wenn beide Eltern Geld verdienen oder zum Beispiel eine Immobilie haben“, sagt Peter Becker, Leiter des Bafög-Amts Köln. „Manche verzichten auch auf Bafög, weil sie keine Schulden machen wollen, doch das Argument ist ziemlich unsinnig, da höchstens 10.000 Euro zurückgezahlt werden müssen und keine Zinsen anfallen“, sagt Becker.

Maximal können Studierende, die nicht mehr bei den Eltern wohnen, monatlich 670 Euro Förderung bekommen. Der Durchschnitt der Bafög-Zahlungen lag bundesweit zuletzt bei etwas mehr als 440 Euro. Während Schüler Bafög als staatlichen Vollzuschuss erhalten, müssen Studierende an Höheren Fachschulen, Akademien und Hochschulen die Hälfte der Förderung später wieder zurückzahlen. Die eine Hälfte erhalten sie als Zuschuss, die andere als zinsloses Staatsdarlehen

Mit der Rückzahlung dieses Kredits muss erst fünf Jahre nach Ende der Förderungshöchstdauer begonnen werden. Die monatlichen Raten müssen mindestens 105 Euro betragen und können auf bis zu 20 Jahre verteilt werden. Wenn Studierende das Darlehen bereits vor Fälligkeit tilgen, wird ihnen ein Teil des Betrags erlassen.

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