Transparenzstelle

Tankstellen müssen jetzt Preisdaten liefern

Nach monatelangen Vorbereitungen soll die Preismeldestelle für Benzin und Diesel bald an den Start gehen. Für die Tankstellen wird es schon an diesem Wochenende ernst. Was die neue Transparenz bringt, ist umstritten.
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Aktuelle Spritpreise in Echtzeit per App aufs Smartphone: Das gibt es schon; die neue Meldestelle soll die Datenbasis noch präziser machen. Quelle: dpa

Aktuelle Spritpreise in Echtzeit per App aufs Smartphone: Das gibt es schon; die neue Meldestelle soll die Datenbasis noch präziser machen.

(Foto: dpa)

BonnVor zwei Wochen hatten sich 13 000 der rund 14 500 Tankstellen in Deutschland mit ihren Geodaten und Öffnungszeiten bei der Markt-Transparenzstelle angemeldet – damit begann das Ticken der Uhr. Zwei Wochen später, so steht es in der Verordnung, beginnt die Lieferpflicht der Tankstellen für ihre Daten.

Der Autofahrer hat davon erstmal noch nichts. Noch im Sommer, so ist die offizielle Sprachregelung des Bundeskartellamtes, soll die Stelle dann offiziell ihren Betrieb aufnehmen. Also in den nächsten drei Wochen, dann beginnt der Herbst. Die Autofahrer können dann künftig die Benzin- und Dieselpreise der Tankstellen ohne Zeitverzug über Smartphone-Apps und Navigationsgeräte abrufen und vergleichen.

Der Bundestag hatte die Markt-Transparenzstelle für Kraftstoffe im vergangenen Jahr per Gesetz beschlossen, um den Informationsstand der Autofahrer zu verbessern und die Spritpreise zu stabilisieren. Benzin- und Dieselpreise konnten bislang schon im Internet oder per Smartphone-App abgerufen werden. Doch die Daten waren nicht immer zuverlässig.

Mit der Markt-Transparenzstelle erhalten die Autofahrer quasi amtliche Angaben, die von den Tankstellen auf einer gesetzlichen Grundlage geliefert werden müssen. Eine staatliche Preiskontrolle ist damit nicht verbunden. Die Daten werden privaten Anbietern von Apps und Navigationssystemen zur Verfügung gestellt, die sie in ihren Produkten weiterverbreiten.

Möglicherweise werden die Daten zu Beginn nur auf Webseiten im Internet abrufbar sein, weil die Apps für mobile Telefone zunächst geprüft und zertifiziert werden müssen. Ob die Apps gratis oder gegen einen Geldbetrag abgegeben werden, entscheidet der Anbieter. Bislang sollen sich fünf Verbraucher-Informationsdienste an den Tests beteiligen, darunter der ADAC und clever-tanken.de.

Über die Auswirkungen der erhöhten Markttransparenz sind sich Experten nicht einig, da keine vergleichbaren Erfahrungen vorliegen. Es gibt verschiedene Szenarien. Das Auf und Ab der Preise, das sich seit Jahren immer mehr beschleunigt hat, könnte einerseits einem stabileren Preisgefüge auf etwas höherem Niveau Platz machen. Denn nicht nur die Autofahrer, auch die Anbieter verfügen nun über vollständige Markttransparenz. Es wäre aber auch denkbar, dass sich der Wettbewerb nochmals verschärft und die Preise noch stärker schwanken.

  • dpa
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8 Kommentare zu "Transparenzstelle: Tankstellen müssen jetzt Preisdaten liefern"

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  • Sehr qualifizierter Kommentar... Angst...

  • "Es besteht absolut kein Grund, mit den Ölkonzernen auch nur den Anflug von Mitleid zu haben. "
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    Hab ich auch nicht, da die Gesamtmarge ihren Mann durchaus gut ernährt (3-4% Gesamtmarge vom Produktpreis ist durchaus sehr gut). Nur soll mit der Diskussion über "gierige Ölkonzerne" immer wieder gerne davon abgelenkt werden, daß die wahren Preistreiber in Berlin sitzen. Über 15 ct. gehen alleine für die dämliche Ökosteuer (verfluchte Grüne mal wieder) drauf und an jeder Preis- und jeder Energie-/Ökosteuererhöhung verdient der Staat via Mehrwertsteuer noch einmal kräftig mit. Vor dem Hintergrund betrachte ich Klagen von Politikern über Benzin- resp. Energiepreise als Heuchelei und blanken Zynismus.

  • der staat, der staat. es gibt nix umsonst und irgendwo muss das geld herkommen fuer den staat,also fuer uns. geht waehlen und aendert die politik, meckern ist einfacher. nach polizei schreien, in den amtsstuben meckern wenn es laenger dauert aber ekinen pfennig mehr fuer die beamten ausgeben. meckern auf hoechstem niveau. heult doch.

  • Was soll das ganze Geplärre:
    auf http://www.clever-tanken.de

    kann ich bisher täglich die Preise der Tankstellen vergleichen,gestern schwankte mein Super Plus zwischen 1,59 bis 1,71

    Und??

  • Die "geringen" Gewinne der Ölkonzerne ist auch deren Firmenstruktur geschuldet. In Toto sind die Ergebnisse der Ölkonzerne in den kummulierten Konzernbilanzen sehr stattlich und das Gros kommt dabei aus der Ölverarbeitung und das ist überwiegend Kraftstoff in unterschiedlichen Formen und Qualitäten. Es besteht absolut kein Grund, mit den Ölkonzernen auch nur den Anflug von Mitleid zu haben.

  • "Und die Ölmultis erst!"
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    Die verdienen nicht allzuviel am Sprit. Die nagen nicht gerade am Hungertuch, aber die angeblichen, gigantischen Gewinne sind ein nettes Märchen, um vom tatsächlichen, großen Raffke abzulenken, dem Staat, der sich am Benzin eine goldene Nase verdient, z.B. mit Steuern auf Steuern. Die Diebe sitzen also nicht in den Konzernbüros, sondern in Berlin!
    http://de.wikipedia.org/wiki/Motorenbenzin#Steuern_und_Abgaben_in_Deutschland
    Die Gesamtmarge der Konzerne liegt m.W. bei 3-4%, ein etwas überdurchschnittlicher, aber noch normaler Gewinn vor Steuern. 57% des Preises an der Tankstelle gehen an den gefräßigen Staat, will sagen, von 1,59 € sind fast 91 ct. Steuern und die eben inkl. der Ungeheuerlichkeit "Steuern auf Steuern".
    Man muß nur ein wenig recherchieren und so manches, "was jeder weiß" über "märchenhafte Gewinne" und "gierige Konzerne" entpuppt sich Urban Legend.

  • @Fredi:
    Was tun denn die Ösis erfolgreich? Den Spritpreis hochhalten, weil die Betreiber einen Risikoaufschlag draufhauen? Das müssen wir natürlich unbedingt haben in Deutschland...

    Und natürlich kann die Maßnahme helfen. Man kann dann auch einfach schauen, wo die Preise auf stabil niedrigem Niveau liegen und dann dort tanken fahren.

  • Na da werden die sich aber fürchten! Und die Ölmultis erst!

    Die Benzinpreise werden fallen ohne Ende und seltenst geändert!

    Sarkasmus Ende!!!

    Wieder ein Beitrag unserer schwarz-geld Chaoten: Viel Geschrei, kein Ergebnis, und nichts für die Bürger erreicht. Dafür vor den Lobbyisten eingeknickt. Warum nicht einfach das machen, was z.B. die Ösis erfolgreich tun?

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