TV-Moderator
Ex-Börsenguru Frick muss vor Gericht

„Make Money“ - den Titel seiner früheren TV-Show hat Moderator Markus Frick offenbar vorwiegend auf sich selbst bezogen. Zum zweiten Mal innerhalb von knapp drei Jahren muss sich der 41-Jährige vor Gericht verantworten.
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Frankfurt„Der Mann, der Millionäre macht“ - so nannte sich Markus Frick in seiner Glanzzeit selbst. In Scharen folgten ihm risikofreudige Anleger. Doch nun steht der 41 Jahre alte Ex-Börsenguru ab Donnerstag (24. Oktober) in Frankfurt bereits zum zweiten Mal vor einem Strafgericht. Gemeinsam mit zwei mutmaßlichen Komplizen muss sich der einstige N24-Moderator, der bereits seit Januar in Untersuchungshaft sitzt, wegen des Verdachts der Kursmanipulation und des bandenmäßigen Betrugs verantworten. Dem Sinsheimer drohen als Höchststrafe zehn Jahre Haft.

Die Anklage der Frankfurter Staatsanwälte ist vergleichsweise klein: Rund 30 Geschädigte sollen den Ermittlungen zufolge zusammen rund 625 000 Euro verloren haben, weil sie Fricks Anlagetipps in einem E-Mail-Börsenbrief folgten. Gezielt soll der vermeintliche Experte wertlose Titel empfohlen haben, die seine Hintermänner dann zu weit überhöhten Preisen an die Anleger verkauften. Für seine Dienste habe Frick zwei Millionen Euro erhalten. Von seinen beiden Mitangeklagten im Alter von 43 und 45 Jahren gilt der ältere als Computerexperte den Staatsanwälten nur als Helfer. Beide sind im Gegensatz zu Frick von der Untersuchungshaft verschont.

„Wir haben nur das angeklagt, was wir beweisen können“, sagt Behördensprecherin Doris Möller-Scheu. Die Oberstaatsanwältin will sich daher auch nicht auf Spekulationen einlassen, wie hoch der Gesamtschaden aus dem aktuellen Fall mit Tipps zu drei verschiedenen Aktien sein könnte. In Medienberichten war von fünf Millionen Euro die Rede, im Vergleich zum ersten Prozess gegen Frick vor dem Landgericht Berlin sind das aber scheinbar kleine Fische.

Nach Ermittlungen der Bundesfinanzaufsicht waren rund 20 000 Kleinanleger den Tipps des TV-Börsenexperten gefolgt und hatten Aktien vermeintlich erfolgversprechender Energieunternehmen im Wert von 760 Millionen Euro erworben. Viele erlitten Verluste. Trotz der gigantischen Summen kam Frick im April 2011 wegen Börsenmanipulation mit einer Bewährungsstrafe von 21 Monaten und stattlichen Geldzahlungen an die Senatskasse davon: 420 000 Euro flossen aus seinem Privatvermögen, gleich 42 Millionen Euro kamen von einer Treuhandgesellschaft, an der Frick Anteile hielt. Betrug konnte ihm damals nicht nachgewiesen werden.

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Kommentare zu " TV-Moderator: Ex-Börsenguru Frick muss vor Gericht"

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  • Da sollte sich der Chefredakteur des Handelsblatts gleich daneben setzten.
    War er es doch der lauthals verkündet hatte, dass ein Kauf von griechischen Staatsanleihen solidarisch richtig wäre und als gute Anlage gelte. Das war wenige Monate vor dem Schuldenschnitt.

  • In den weiten Sibiriens nach Rusoil suchen

  • BÖRSENGURUS / HB-KOMMENTATOREN
    ..............................
    leider drängen sich bei einigen kommentatoren überein-
    stimmungen auf. sie stellen behauptungen auf, die von
    der red. gestrichen werden müssen. oder der text ent -
    spricht nicht den richtlinien.
    ..
    deshalb wurde am wochenende das system abgeschaltet.!!
    ein armutszeugnis für diese leser und sog. kommentato-
    ren..

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