Überschuldung
Ein neues Konto schützt vor Pfändung

Einkünfte auf dem Girokonto können ab Januar nicht mehr vor einer Pfändung geschützt werden. Damit Schuldner im nächsten Jahr trotzdem noch ihre Miete bezahlen können, müssen sie jetzt aktiv werden.
  • 0

DüsseldorfDie Änderung betrifft über sechs Millionen Erwachsene in Deutschland. So viele Menschen sind laut einer aktuellen Studie von Creditreform überschuldet. Doch auch, wer seine Schulden abstottert, muss weiterhin laufende Rechnungen begleichen – beispielsweise für Miete, Versicherungen oder Unterhaltszahlungen. Deshalb müssen Schuldner einen Teil ihres Einkommens vor einer Pfändung schützen lassen. Machen sie das nicht, muss die Bank ihre Einkünfte komplett an die Gläubiger weiterleiten.

Bislang konnten Schuldner beim Amtsgericht einen Pfändungsschutz für einen Teil ihrer darauf einlaufenden Einkünfte beantragen. Und Empfänger von Sozialleistungen konnten innerhalb von 14 Tagen über ihr Geld verfügen. Erst danach leitete die Bank das übrige Geld an die Gläubiger weiter.

Ab dem ersten Januar 2012 bietet das normale Girokonto keinen Schutz mehr. Künftig schützt nur noch das sogenannte Pfändungsschutzkonto – kurz P-Konto. Damit verschuldete Verbraucher zum ersten Januar nicht plötzlich eine dicke Null auf ihrem Konto sehen, müssen sie ihr Girokonto deshalb umstellen: „Wer bereits ein gepfändetes Konto hat, muss jetzt unbedingt aktiv werden“, sagt Stefanie Laag, Finanz-Expertin bei der Verbraucherzentrale NRW. „Wenn die Bank im Januar das Geld komplett an die Gläubiger überweist, hat der Bankkunde keinerlei Rückforderungsansprüche.“

Das P-Konto gibt es bereits seit Juli 2010. Seitdem konnten verschuldete Verbraucher wählen, ob sie den Pfändungsschutz für ihr Girokonto beantragen oder ein Pfändungsschutz-Konto einrichten wollten. Auf diesem Konto werden alle Einkünfte bis zu einem Betrag von monatlich 1.028,89 Euro vor den Gläubigern gesichert. Wer Unterhalt für einen Ehepartner oder Kinder zahlt, bekommt zusätzliche Freibeträge: Für die erste Person 387,22 Euro, für jede weitere 215,73 Euro. Außerdem kann das eingehende Kindergeld geschützt werden.

Seite 1:

Ein neues Konto schützt vor Pfändung

Seite 2:

Kontogebühren vergleichen

Kommentare zu " Überschuldung : Ein neues Konto schützt vor Pfändung"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%