Urheberrechtverletzung
Facebook-User wegen Vorschau-Bildes abgemahnt

Wer einen Link auf Facebook stellt, sollte auf das Foto in der Vorschau verzichten. Ein Facebook-Nutzer wurde erstmals abgemahnt, weil ein solches Bild urheberrechtlich geschützt war. Das kann hohe Kosen zur Folge haben.
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KölnBei der Veröffentlichung eines Links auf Facebook sollten Nutzer auf die Vorschau eines dort eingebunden Fotos verzichten. Wie der Kölner Rechtsanwalt Christian Solmecke am Freitag mitteilte, wurde erstmals ein Facebook-Nutzer abgemahnt, weil in der Vorschau eines von ihm geteilten Links ein urheberrechtlich geschütztes Bild zu sehen war. Der Anwalt der Fotografin habe von dem Betreiber der Facebook-Seite verlangt, das Bild zu entfernen, eine Unterlassungserklärung abzugeben, Schadenersatz zu zahlen und die Abmahnkosten zu erstatten – zusammengenommen Kosten in Höhe von etwa 1800 Euro.

Die automatisch angebotene Bilder-Vorschau beim Veröffentlichen von Links auf Facebook biete „ein großes Abmahnpotenzial“, warnte Solmecke. Für eine Urheberrechtsverletzung auf Profilseiten von Internet-Netzwerken komme es nicht darauf an, wo das Bild „physikalisch liegt“, sondern wer es in seine Seite eingebunden habe. Bietet allerdings der Homepage-Betreiber mit einem sogenannten „Teilen“-Knopf von sich aus an, einen Link auf Facebook zu posten, dann sei auch das Anzeigen des Vorschau-Bildes unproblematisch.

Solmecke rät Internetnutzern angesichts drohender Abmahnungen, die eigene Facebook-Seite nicht öffentlich, sondern nur für Freunde sichtbar zu machen. Außenstehende hätten dann von vornherein "keine Möglichkeit, das Abmahnpotenzial eines Facebook-Auftrittes zu prüfen". Wer sein Profil öffentlich nutze und Links teilen möchte, sollte lieber auf das Anzeigen des Vorschau-Bildes verzichten.

 
Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • Der Anwalt macht seinen Job. Unerträglich sind die dahintersteckenden Auftraggeber, hier eine Fotografin, die Ihr Pic für so schützenswert hält, oder einfach nur Kohle machen will. Lächerlich.

  • Die Folge von der Juristen-Welle. Wer keinen Job bekommt wird Abmahnanwalt. Aber ist klar. Unsere Polohemd-Kragen-nach-oben-Träger werden nach der Uni eben der harten Wahrheit ausgesetzt. Da nimmt man jeden noch so verkommenen Strohhalm.

  • Es ist nicht verständlich, warum solche Abmahnungen überhaupt möglich sind. In anderen Rechtsstaaten mit starkem Urheberrecht (Schweiz, Canada, Australien, USA usw.) sind die Bürger keinen Abmahnanwälten ausgesetzt. Schade, dass in Deutschland so abmahnfreundlich sind.

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