Urteil
Betrüger trägt Detektivkosten

Besteht der Verdacht, dass jemand seine Versicherung betrügen will, darf diese eine Detektei für Ermittlungen einschalten. Bestätigt sich der Verdacht, muss der Betrüger die Kosten für die Schnüffelarbeit ersetzen. Das geht aus einer Entscheidung des Amtsgerichts München hervor.

In dem der Entscheidung zugrunde liegenden Fall hatte eine Reisebüroinhaberin Reiserücktrittsversicherungen an ihre Kunden vermittelt. Als sie eines Tages bei einer von ihr vermittelten Reiseversicherung Stornokosten in Höhe von 3 407 Euro anmeldete, wurde die Assekuranz durch Ungereimtheiten stutzig und beauftragte ein Detektivbüro. Das fand heraus, dass die Reise nie gebucht worden war und es den Reiseveranstalter gar nicht gab. Die Versicherung erstattete daraufhin Strafanzeige, und die Betreiberin des Reisebüros wurde rechtskräftig wegen versuchten Betrugs verurteilt. Sie weigerte sich allerdings, die Kosten für die Detektei in Höhe von 1 873 Euro zu bezahlen. Schließlich hätte die Versicherung oder die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen auch selbst anstellen können. Der zuständige Richter beim AG München gab der Versicherung jedoch recht: Ein Betrugsopfer dürfe alle erforderlichen Maßnahmen ergreifen, um den Betrug abzuwehren. Die Beauftragung von Detektiven sei insoweit sachgerecht (Az.: 155 C 29902/08).

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