Urteil
BGH macht Tricksereien bei Autoreparaturen ein Ende

Tricksereien bei Reparaturen von Altautos nach einem Unfall haben ein Ende. Der BGH gibt vor, dass Versicherte bei den Reparaturkosten von wirtschaftlichen Totalschäden den Vorgaben von Sachverständigen folgen müssen.
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KarlsruheDer Bundesgerichtshof (BGH) hat Tricksereien bei Reparaturkosten von alten Autos nach einem Unfall mit Totalschaden gestoppt. Laut einem am Freitag veröffentlichten Urteil darf bei Reparaturen von den Vorgaben des Sachverständigengutachtens nicht abgewichen werden, um Reparaturkosten unter die Grenze von 130 Prozent des Wiederbeschaffungswerts zu drücken. (VI ZR 387/14)

In der Praxis lassen Versicherungen nach einem Autounfall die Reparaturkosten durch einen Sachverständigen ermitteln. Liegen diese Kosten um 30 Prozent über dem Wiederbeschaffungswert, gilt eine Reparatur als unwirtschaftlich. Der Geschädigte bekommt dann nur den Wiederbeschaffungswert ausbezahlt.

So wollte eine beklagte Versicherung im Ausgangsfall auch den Schaden an einem alten Mercedes 200 D regeln, weil die voraussichtlichen Reparaturkosten einem Gutachter zufolge 186 Prozent des Wiederbeschaffungswertes betragen sollten. Der Autobesitzer ließ jedoch unter anderem eine gebrauchte Fahrertür einbauen und verzichtete auf den Austausch von Zierleisten und eines Kniestücks, um die Reparaturkosten auf unter 130 Prozent des Wiederbeschaffungswertes zu drücken.

Der Kläger bleibt auf diesen Kosten nun aber sitzen. Dem BGH zufolge müssen solche Reparaturen immer nach den Vorgaben des Sachverständigen durchgeführt werden. Geschädigte dürften dann zwar auch altersentsprechende Gebrauchtteile einbauen, um Kosten zu sparen. Teile weglassen dürften sie aber nicht, weil ansonsten die Berechnungsgrundlage des Gutachtens unterlaufen werde.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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