Urteil
Hohe Schulden können den Reisepass kosten

Böse Überraschung nach dem Urlaub: Ein 60-Jähriger schuldet dem Staat mehr als 500.000 Euro, bei seiner Rückkehr aus Thailand wird sein Reisepass eingezogen. Zurecht, urteilte das Verwaltungsgericht Berlin nun.
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BerlinBei hohen Steuerschulden kann einem Bundesbürger der Reisepass entzogen werden, um eine Steuerflucht zu verhindern. Das entschied das Verwaltungsgericht Berlin in einem am Mittwoch veröffentlichten Beschluss im Fall eines 60-Jährigen, der dem Staat mehr als 500.000 Euro schuldet. Diese Summe lasse darauf schließen, dass der Betroffene den Willen zur Steuerflucht habe, befand das Gericht. (Az. VG 23 L 410.14)

Der 60-Jährige schuldet dem Land Baden-Württemberg nach Gerichtsangaben Einkommenssteuer und Solidaritätszuschlag in Höhe von rund 250.000 Euro. Hinzu kämen Umsatzsteuer-Forderungen und Säumniszuschläge. Insgesamt belaufen sich die Steuerschulden demnach auf derzeit mindestens 531.981,13 Euro.

Im April beschloss die zuständige Behörde deshalb, dem Mann den in Berlin ausgestellten Reisepass zu entziehen. Der Steuerschuldner hielt sich zu diesem Zeitpunkt in Thailand auf. Am Flughafen Berlin-Tegel wurde ihm nach seiner Einreise der Pass abgenommen.

Der 60-Jährige zog dagegen vor Gericht, doch das Verwaltungsgericht Berlin wies seinen Eilantrag nun ab. Ein Reisepass könne entzogen werden, wenn bestimmte Tatsachen die Annahme begründeten, dass der Passinhaber sich seinen steuerlichen Verpflichtungen entziehen wolle, erklärte das Gericht.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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