Urteil um Autokauf: Kauf-Rücktritt bei zu hohem Spritverbrauch ist zulässig

Urteil um Autokauf
Kauf-Rücktritt bei zu hohem Spritverbrauch ist zulässig

Neuwagenkäufer gegen Autohaus: Wegen zu eines Spritverbrauchs, der höher als angegeben ausfiel, wollte ein Kunde sein Auto zurückgeben. Vor dem Oberlandesgericht Hamm bekam er nun recht.
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HammEin Autokäufer kann vom Kauf zurücktreten, wenn sein Neuwagen unter Testbedingungen über zehn Prozent mehr Sprit verbraucht als im Verkaufsprospekt angegeben. Dies entschied das Oberlandesgericht (OLG) Hamm in einem am Donnerstag veröffentlichten Urteil.

Der Zivilsenat gab damit einem Käufer Recht, der von einem Autohaus wegen zu hoher Verbrauchswerte des Wagens die Rückzahlung des Kaufpreises gegen Rückgabe des Fahrzeuges verlangt hatte.

Nach Auffassung des Gerichts war der Käufer dazu berechtigt, weil dem Auto eine Beschaffenheit fehle, die er laut Prospekt erwarten durfte. (I-28 U 94/12)

Der Käufer müsse zwar wissen, dass die tatsächlichen Verbrauchswerte von zahlreichen Einflüssen und der individuellen Fahrweise abhingen und nicht mit Prospektangaben gleichzusetzen seien, befand das Gericht.

Er könne aber erwarten, dass die im Verkaufsprospekt angegebenen Werte unter Testbedingungen reproduzierbar seien. Dies sei aber bei dem Auto nicht der Fall gewesen, das dem Kläger verkauft worden war.

Zur Begründung verwies der Senat auf ein vom Gericht eingeholtes Sachverständigengutachten. Die von dem Experten festgestellten erhöhten Verbrauchswerte stellten eine erhebliche Pflichtverletzung dar, weil der im Verkaufsprospekt angegebene Verbrauchswert um mehr als zehn Prozent überschritten werde.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Urteil um Autokauf: Kauf-Rücktritt bei zu hohem Spritverbrauch ist zulässig"

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  • Ich möchte mal den Fahrer sehen, der sich in seiner Fahrweise stets so verhält, dass er die Verbrauchswerte aus dem Katalog einhält. So kommt er nicht von der Stelle und auf der Autobahn stellt er schon ein Hndernis für andere dar. Und an der Ampel wird hinter ihm schon bei grün gehupt, weil er nicht zügig weg kommt... Es kommt sicherlich auch auf den Fahrzeugtyp an, z.B. SUV oder Limousine. Bei den eher "höher" gelegenen Fahrzeugen wird tendenziell doch noch mehr "gelogen" als bei den niedrigen. Warum gibht es keine "realen" Verbrauchswerte im Prospekt, die zumindest ein normales Fahrverhalten widerspiegeln?

  • Im Artikel wird doch direkt angesprochen, dass der Verbrauch des Autos für das Verfahren direkt unter Testbedingungen gemessen wurde. Mit "unter Testbedingungen" wird sicher der "Laborverbrauch" und nicht der Straßenverbrauch gemeint sein. So wie ihn auch die Autohersteller selbst ermitteln. Warum soll hier also der Beschwerdeführende armselig sein, wenn selbst dieser unter realen Bedingungen nie erreichte, gemischte Optimalverbrauch nicht erreicht werden kann?

  • Es ist hinlänglich bekannt, daß die Testbedingungen, mit denen der Katalog-Verbrauch bestimmt wird (Neuer Europäischer Fahr-Zyklus, kurz NEFZ) zu geringe Werte erzeugt, da unter günstigen Bedingungen (Geschwindigkeit nur bis 120 km/h, und 120 km/h nur relativ kurz) getestet wird. Richtig Sprit verbrauchen Autos erst über 120 km/h.

    Insofern sind die Katalogwerte grundsätzlich als geschönt anzusehen.

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