Urteil
Witze über Papst sind Kündigungsgrund

Beleidigung des Papstes ist ein fristloser Kündigungsgrund für Angestellte bei der katholischen Kirche. Das entschied ein Landessozialgericht, nachdem ein Mann wegen verhaltensbedingter Kündigung Klage einreicht hatte.
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StuttgartEinrichtungen der katholischen Kirche dürfen Angestellten fristlos und ohne vorherige Abmahnung kündigen, wenn sie den Papst beleidigen. Das hat das Landessozialgericht Baden-Württemberg in einem am Montag bekanntgewordenen Urteil entschieden. In dem konkreten Fall ging es um einen Krankenpfleger in einem von der Caritas getragenen Krankenhaus im Bodenseekreis. Der Mann hatte im Internet unter einem Pseudonym den Papst diffamierende, von ihm selbst als Satire bezeichnete Texte veröffentlicht.

Nach Bekanntwerden der Autorenschaft hatte der Arbeitgeber eine fristlose, verhaltensbedingte Kündigung angedroht - letztlich aber mit dem Kläger einen Aufhebungsvertrag geschlossen. Arbeitslosengeld wurde dem Mann erst nach Ablauf der zwölfwöchigen Sperrzeit bewilligt. Dagegen war der Mann vorgegangen. Die Stuttgarter Richter hoben mit dem Urteil vom 21. Oktober eine Entscheidung des Sozialgerichts Konstanz auf (L 12 AL 2879/09) und entschieden gleichzeitig, dass eine Kündigung durch den Arbeitgeber rechtens gewesen wäre. Der Kläger habe sich auch außerdienstlich so zu verhalten, dass kein Widerspruch zu der Grundsätzen des kirchlichen Arbeitgebers entstehe, hieß es in der Mitteilung.

Mit „polemischen und auf niedrigem Niveau angesiedelten Äußerungen“ gegen den Papst als Oberhaupt der katholischen Kirche habe der Kläger die katholische Kirche selbst angegriffen und seine Loyalität nachhaltig verletzt. Die Verwendung eines Pseudonyms ändere daran nichts, da der Kläger als Autor identifizierbar gewesen sei.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Urteil: Witze über Papst sind Kündigungsgrund"

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  • Genau das ist hier doch passiert: Wer seinen Chef (bzw. in diesem Fall dessen Vertreter auf Erden...) auf primitive Art beleidigt und diffamiert fliegt fristlos.

    An sich irgendwie nachvollziehbar.

  • Religion ist ein Geschäftsmodell. Eine Religionsgemeinschaft, deren Tun zu einem großen Teil auf das Erzeugen von "Kundenbindung" gerichtet ist und auf das Erzielen von Einnahmen, ist folglich ein Unternehmen. Und Unternehmen sollten gleichbehandelt werden - auch vor dem Arbeitsgericht.

  • Kennen Sie den schon? - Kommt ein Unterhändler von Coca-Cola in den Vatikan. Er bietet 100.000 Dollar, wenn das "Vaterunser" geändert wird. Es soll in Zukunft heißen: "Unser täglich Coke gib uns heute!"

    Der Sekretär lehnt kategorisch ab. Auch bei 200.000 und 500.000 Dollar hat der Vertreter keinen Erfolg. Er telefoniert mit seiner Firma und bietet schließlich 10 Millionen Dollar.

    Der Sekretär zögert, greift dann zum Haustelefon und ruft den Papst an: "Chef, wie lange läuft der Vertrag mit der Bäckerinnung noch?" ;-)

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