Verbraucherinsolvenzen
Weniger Deutsche gehen pleite

Die solide Konjunktur zeigt sich in robusten Arbeitsmarktdaten und einem anhaltenden Rückgang der Verbraucherinsolvenzen. Der Anteil einer Bevölkerungsgruppe an den Pleiten steigt aber erneut.

FrankfurtDas Jahr 2015 dürfte für Insolvenzverwalter ein schlechtes werden. Nicht nur die Zahl der Privat- und Unternehmensinsolvenzen sank erneut. Auch die Forderungen gegenüber Gläubigern sind in diesem Jahr deutlich niedriger als noch 2014.

Einen besonders positiven Trend zeichnet sich bei den Verbraucherinsolvenzen ab. Ihre Zahl sank 2015 um 8,6 Prozent auf 79.030. Das ist bereits der fünfte Rückgang in Folge und markiert den niedrigsten Stand seit 2005, teilt die Wirtschaftsauskunftei Creditreform mit. Den Grund dafür sieht sie vor allem im robusten Arbeitsmarkt Deutschlands.

Gleichwohl wird in den Zahlen auch ein besorgniserregender Trend festgehalten: Der Anteil junger Menschen an den privaten Pleiten steigt. Erwachsene unter 30 Jahren stehen für fast ein Sechstel (15,4 Prozent) aller Verbraucherinsolvenzen – ein Anstieg um ein Prozentpunkt gegenüber 2013.

Dennoch gehörten zum Jahr 2015 auch große Unternehmenspleiten: Allen voran die Insolvenz von Imtech Deutschland sorgte für große Aufregung. Das Unternehmen gehört zu den bekanntesten der Baubranche – und ist beim Bau des Berliner Großflughafens BER involviert. Ebenso traditionsreiche Namen wie die Handelskette Strauss Innovation oder der Kettcar-Hersteller Kettler meldeten in den vergangenen Wochen Insolvenz an. Ein düsteres Bild der wirtschaftlichen Lage in Deutschland?

Keineswegs. Dank Rekordbeschäftigung und stabiler Konjunktur sind in diesem Jahr erneut weniger Unternehmen in die Pleite gerutscht. Mit 23.230 Unternehmen rutschten sogar so wenige in die Pleite wie noch nie seit der Einführung der Insolvenzordnung 1999.

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