Verbraucherrecht
Tödlicher Rosendorn – Versicherung muss zahlen

Auch kleiner Stich kann ein Unfall sein. Deshalb muss eine Versicherung nun an eine Witwe zahlen – ihr Mann hatte sich durch einen Rosendornenstich vergiftet. Die Versicherung hatte den Fall nicht als Unfall angesehen
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KarlsruheRosen schneiden ist eine schöne Beschäftigung - die allerdings in seltenen Fällen auch lebensgefährlich sein kann. Kommen bei einem kleinen Dornenstich tödliche Keime ins Blut, handelt es sich um einen Unfall, für den eine Unfallschutzversicherung haften muss, wie das Oberlandesgericht (OLG) Karlsruhe in einem am Dienstag veröffentlichten Urteil entschied. (Az: 12 U 12/13 )

Im aktuellen Fall hatte sich ein Mann beim Rosenschneiden an einem Dorn gepiekst. Über die winzige Wunde am linken Mittelfinger gelangte der Eitererreger Staphylococcus aureus ins Blut. Die Bakterien verursachten eine heftige Blutvergiftung. Die teilweise Amputation des Fingers half dem Betroffen aber nicht, er starb nach monatelangem Kampf an einer sogenannten Bakteriämie.

Das OLG wertete dies als Unfalltod, für den die Versicherung 15.000 Euro an die Witwe zahlen muss. Die Versicherung hatte zuvor geltend gemacht, dass „geringfügige“ Hautverletzungen, die zu Infektionen führen, vom Versicherungsschutz ausgeschlossen seien. Das OLG gab jedoch einer anderen Klausel den Vorrang, in der es heißt: „Ein Unfall liegt vor, wenn die versicherte Person durch ein plötzlich von außen auf ihren Körper wirkendes Ereignis unfreiwillig eine Gesundheitsschädigung erleidet.“

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