Verbraucherschutz

Bundesverband fordert Provisionsverbot bei Finanzberatung

Bringen risikoreichere Produkte mehr Provision, sind Finanzberater versucht den Profit über die Beratung zu stellen – davon ist der Verbraucherzentrale Bundesverband überzeugt. Er fordert ein Verbot der Provisionen.
Der Verbraucherzentrale Bundesverband will Provisionen bei Finanzberatungen verbieten lassen. Quelle: dpa
Profit vor Beratungsauftrag?

Der Verbraucherzentrale Bundesverband will Provisionen bei Finanzberatungen verbieten lassen.

(Foto: dpa)

BerlinDer Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) fordert ein Verbot von Provisionen beim Vertrieb von Finanzprodukten. Die vorherrschende, auf Provisionen basierende Finanzberatung führe zu einem erheblichen Anteil von Fehl- und Falschberatungen, erklärte der vzbv am Freitag in Berlin. Finanzberater gerieten leicht in einen Interessenkonflikt, weil bestimmte Produkte wegen der damit verbundenen Provisionen attraktiv und reizvoll seien. Verbraucher müssten sich jedoch auf die Qualität der Finanzberatung verlassen können, weil es für sie kaum möglich sei, Qualität, Leistung und Preis von komplexen Finanzdienstleistungen korrekt einzuschätzen.

Die Bundesregierung habe zwar 2010 das Beratungsprotokoll eingeführt. Dieses habe sein Ziel jedoch verfehlt, weil es keine eindeutigen, standardisierten Vorgaben gebe. Das Bundesfinanzministerium solle daher die Arbeit an dem Finanzmarktnovellierungsgesetz für die Einführung eines Verbots von Provisionen nutzen, forderte der vzbv. Beispiel könnten Großbritannien und die Niederlande sein, die erste positive Erfahrungen mit einem Verbot von Provisionen gemacht hätten.

Diese Banken kassieren die meiste Provision
Platz 10 – Royal Bank of Canada
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Neu in den Top 10 ist die Royal Bank of Canada Capital Markets. Rund 1,46 Milliarden US-Dollar Provisionen kassierte die Bank in den ersten drei Quartalen 2015. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bedeutet das allerdings einen Rückgang von 14,3 Prozent.
Quelle: Thomson Reuters

Platz 9 – Wells Fargo & Co
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1,61 Milliarden US-Dollar an Provisionen nahm das US-amerikanische Institut Wells Fargo in den ersten neun Monaten des Jahres mit Investmentbanking ein (-7,3 Prozent). Das bedeutet Platz 9 im weltweiten Vergleich.

Platz 8 – Credit Suisse
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Einen Platz eingebüßt hat Credit Suisse. Die Schweizer Bank hat bis September 2015 2,4 Milliarden US-Dollar mit Investmentbanking verdient, das sind satte 21,3 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Platz 7 – Barclays
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Die Credit Suisse auf dem siebten Platz abgelöst hat Barclays. Das Finanzunternehmen aus Großbritannien nahm mit Investmentbanking in den ersten drei Quartalen des Jahres rund 2,54 Milliarden US-Dollar ein (-12,2 Prozent).

Platz 6 – Deutsche Bank
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2,74 Milliarden Dollar Provisionen bedeuten für das Finanzinstitut aus Deutschland Rang 6. Aber auch die Deutsche Bank muss im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Minus von 16,5 Prozent hinnehmen.

Platz 5 – Citi
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Das US-amerikanische Unternehmen hat im Vergleich zu den ersten neun Monaten 2014 8,6 Prozent weniger Provisionen eingenommen. Mit 3,15 Milliarden Dollar liegt die Citi auf Platz 5.

Platz 4 – Morgan Stanley
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3,76 Milliarden Dollar Provisionen stehen für Morgan Stanley zu Buche. Das bedeutet ein Minus von 7,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und Platz 4 in der Rangliste.

Gleichzeitig könne im Zuge des Finanzmarktstabilisierungsgesetzes die unabhängige Honorarberatung verbessert werden. So müsse den Verbrauchern das Wesen der von Produkten unabhängigen Finanzberatung auf Honorarbasis besser erklärt werden. Außerdem solle sich die Honorarberatung nicht nur auf Wertpapiere und Vermögensanlagen ausrichten, sondern auch auf Spareinlagen, Bausparpläne sowie die Beratung zu Versicherungen.

  • afp
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