Verbraucherschutz
Bundesverband fordert Provisionsverbot bei Finanzberatung

Bringen risikoreichere Produkte mehr Provision, sind Finanzberater versucht den Profit über die Beratung zu stellen – davon ist der Verbraucherzentrale Bundesverband überzeugt. Er fordert ein Verbot der Provisionen.

BerlinDer Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) fordert ein Verbot von Provisionen beim Vertrieb von Finanzprodukten. Die vorherrschende, auf Provisionen basierende Finanzberatung führe zu einem erheblichen Anteil von Fehl- und Falschberatungen, erklärte der vzbv am Freitag in Berlin. Finanzberater gerieten leicht in einen Interessenkonflikt, weil bestimmte Produkte wegen der damit verbundenen Provisionen attraktiv und reizvoll seien. Verbraucher müssten sich jedoch auf die Qualität der Finanzberatung verlassen können, weil es für sie kaum möglich sei, Qualität, Leistung und Preis von komplexen Finanzdienstleistungen korrekt einzuschätzen.

Die Bundesregierung habe zwar 2010 das Beratungsprotokoll eingeführt. Dieses habe sein Ziel jedoch verfehlt, weil es keine eindeutigen, standardisierten Vorgaben gebe. Das Bundesfinanzministerium solle daher die Arbeit an dem Finanzmarktnovellierungsgesetz für die Einführung eines Verbots von Provisionen nutzen, forderte der vzbv. Beispiel könnten Großbritannien und die Niederlande sein, die erste positive Erfahrungen mit einem Verbot von Provisionen gemacht hätten.

Gleichzeitig könne im Zuge des Finanzmarktstabilisierungsgesetzes die unabhängige Honorarberatung verbessert werden. So müsse den Verbrauchern das Wesen der von Produkten unabhängigen Finanzberatung auf Honorarbasis besser erklärt werden. Außerdem solle sich die Honorarberatung nicht nur auf Wertpapiere und Vermögensanlagen ausrichten, sondern auch auf Spareinlagen, Bausparpläne sowie die Beratung zu Versicherungen.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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