Verdächtige Sofortkredite
Eine Bank, die keine Bank ist?

Die SPS-Bank fiel durch verdächtige Werbung für Sofortkredite auf. Nun zeigt sich: Das Institut hatte in Deutschland überhaupt keine Zulassung, das Einlagengeschäft wird abgewickelt. Für Verbraucherschützer ein Erfolg.

FrankfurtDa fehlt doch was: Auf ihrer Webseite wirbt die „SPS-Bank“ für „Hypthekenkredite“ – ein „O” hätte dem Wort geholfen. Doch offenbar ist der fehlende Buchstabe noch das kleinste Problem von SPS: Die Finanzaufsicht Bafin hat die Abwicklung des Einlagengeschäfts der selbsternannten Bank angeordnet. Denn laut den Finanzaufsehern hat SPS in Deutschland überhaupt keine Zulassung.

Schon im Juni war zwei Verbrauchern eine verdächtige Werbung der SPS Bank im Internet aufgefallen. Sie interessierten sich für einen Sofortkredit in Höhe von 5000 Euro, sollten aber vorab 450 Euro auf ein niederländisches Konto überweisen. Das weckte das Misstrauen der Verbraucher. Die Nachrichtenagentur dpa berichtete zuerst über den Fall.

Im Internetforen schreiben Teilnehmer über ähnlichen Erfahrungen mit SPS. „Gestern eine SMS erhalten. Sehr geehrter Kunde, Ihr Kreditantrag in Höhe von 20.000 Euro wurde genehmigt“, schreibt ein Nutzer. „Habe angerufen und die Unterlagen per Mail erhalten. Jetzt wollen die 945 Euro Bereitstellungsgebühr“. SPS war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Misstrauisch gewordene Kunden informierten die Verbraucherzentrale Sachsen. So fiel das Angebot im Frühwarnsystem der so genannten Marktwächter auf – einem Projekt der Verbraucherzentralen, das als Frühwarnsystem für den Verbraucherschütz dienen und auffällige Anbieter melden soll. Bei der Überprüfung der Bafin stellte sich heraus, dass das Geldhaus keine Zulassung für Kredit- und Kontogeschäfte in Deutschland hat.

Auch im Register der niederländischen Finanzaufsicht ist die SPS nicht zu finden. Die Bafin hat der Bank das Einlagen- und Kreditgeschäft untersagt und die unverzügliche Abwicklung der Geschäfte angeordnet. Im Internet ist die Bank aber bislang weiterhin zu finden. Trotzdem sprechen die Marktwächter von einem Erfolg: „Der aktuelle Fall zeigt, dass das Frühwarnnetzwerk des Marktwächters funktioniert“, sagt Carmen Friedrich von der Verbraucherzentrale Sachsen. Durch den Hinweis habe man dem Geschäftsgebaren des Anbieters einen Riegel vorschieben und Schaden verhindern können.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%